Verbrauch pro Kopf liegt bei 105 Litern – Trend geht zu anderen Alkoholprodukten

Weniger Durst auf Bier

Eschwege. Die Deutschen trinken immer weniger Bier. „Diesen Trend haben wir hier auch erkannt“, sagt Tanja Beck von der Eschweger Klosterbrauerei. Ein Grund sei generell der Alkoholgehalt des Bieres, meint Beck. „Wir haben recht früh reagiert und bieten seit fünf Jahren alkoholfreies Pils und Weizenbier an“, sagt die Marketingleiterin. Auf dieses Angebot bekomme die Brauerei positive Rückmeldungen.

105 Liter pro Kopf wurden im Jahr 2012 von den Deutschen getrunken. Im Jahr 2000 waren es noch 125 Liter. Die Menschen in Deutschland sind in den vergangen Jahren auf andere Sorten ausgewichen. Die Auswahl an alkoholischen Getränken ist in den vergangenen Jahren im größer geworden. Trendgetränke wie Hugo, Aperol Spritz und Biermixgetränke erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

Auch der Bierverkauf auf den Kirmes-Veranstaltungen gehe zurück, da es nicht mehr so viele Kirmessen im Kreis gäbe.

Wichtig wäre, dass die positiven Eigenschaften des Bieres wieder mehr in den Vordergrund gehoben werden, sagt Beck. „Bier ist ein typisches Getränk im Werra-Meißner-Kreis. Es ist ein Naturprodukt und hat gar nicht so viele Kalorien, wie man denkt“, sagt Beck. Mehr Aufklärung über das Produkt sei ihrer Meinung nach dringend nötig. In Zukunft wolle die Eschweger Klosterbrauerei noch stärker auf Bierspezialitäten setzen. Erst im Oktober vergangenen Jahres hat die deutsche Band „BossHoss“ ihr eigenes Bier auf den Markt gebracht, das in der Eschweger Klosterbrauerei hergestellt wird. „Das ist sehr gut angelaufen“, bestätigt Beck.

Alkoholfreies Pils ist beliebt

Auf Bierspezialitäten will auch die Hütt-Brauerei in Kassel bauen. Sie setzen neben ihrem Pils auf die hauseigene Fassbrause und das alkoholfreie Pils. „Wir setzen zu dem auf hochwertige Spezialitäten wie dem Brauer Schorsch“, sagt Frank Bettenhäuser von der Hütt-Brauerei. „Unsere Stärke ist, dass sich Menschen mit dem Produkt aus der Region identifizieren.“

Gründe für den sinkenden Bierkonsum kennt Bettenhäuser auch. Die Gesellschaft werde immer älter, die bierkonsumierenden Menschen seien jedoch zwischen 20 und Ende 40 Jahre alt. Außerdem sei der Winter im vergangenen Jahr sehr lang gewesen.

1300 Brauereien im Land

Das Kulturgut Bier hat die Chance, sich in die Weltkulturerbeliste einzureihen. Einen Antrag für das „Reinheitsgebot für Bier“ richten die deutschen Brauer an die Kultusministerkonferenz und die Unesco. Eine Entscheidung gibt es allerdings erst im Jahr 2016. In Deutschland gibt es über 1300 deutsche Brauereien und rund 5000 einzelnen Biermarken. (kie/mli)

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