Weniger Frauen verhüten mit der Pille - Alternativen sind im Kreis im Kommen

Mehr und mehr Frauen verzichten auf die Anti-Baby-Pille als Verhütungsschutz. Dafür steigt die Zahl der Frauen, die auf alternative Verhütungsmethoden zurückgreifen.

Laut IQVIA, einem Informationsanbieter für Humanwissenschaft, geht der Absatz des Hormonpräparats seit 2016 um vier Prozent pro Jahr zurück. „Die Pille ist trotzdem nach wie vor das gängigste Verhütungsmittel“, sagt Gynäkologin Marietta Lucas-Wesemeier aus Eschwege.

Allerdings wünschten sich viele Frauen eine bequemere Art. Denn: Damit die Anti-Baby-Pille wirkt, muss sie täglich, regelmäßig und möglichst zur selben Uhrzeit eingenommen werden. Alternativen gewinnen daher zunehmend an Beliebtheit: „Schichtarbeiterinnen bevorzugen beispielsweise den Nuva Ring“, berichtet Wesemeier. Dieser besteht aus Kunststoff und ist mit Hormonen versehen, die den Eisprung verhindern. Eine weitere Alternative zur Pille sei die Spirale: „Sie eignet sich besonders für Frauen, die bereits entbunden haben.“ Etwas weniger nachgefragt seien die Dreimonatsspritze, das Stäbchen oder das Diaphragma.

Ein weiteres Problem zeichnet sich durch den Rückgang der Pille ab: In der Altersgruppe ab 30 Jahren steige die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche seit Jahren kontinuierlich an. Darauf weist der Zusammenschluss der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie des Berufsverbandes der Frauenärzte hin. „Diese Frauen haben offensichtlich über lange Zeit zuverlässig mit hormonellen Methoden verhütet“, sagt Dr. Christian Albing, Präsident des Berufsverbandes für Frauenärzte. „Sie glauben, sie könnten jetzt mit gleicher Sicherheit auf Verhütungs-Apps oder pflanzliche Präparate umsteigen.“ Das sei ein Trugschluss. Er sagt außerdem, dass sich unter den Frauen der Glaube verbreite, nach dem Geschlechtsverkehr eine Notfall-Pille zu schlucken, reiche aus. Die erste Anti-Baby-Pille kam in Deutschland übrigens 1961 auf den Markt. Sie ist rezeptpflichtig und wird vom Frauenarzt verordnet. " ZUM TAGE

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