7,9 Prozent der Arbeitnehmer

Weniger neue befristete Jobs im Werra-Meißner

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Während es 2017 noch 3779 neue befristete Anstellungen gab, waren es 2018 nur 3700. Die meisten gab es im Bildungsbereich, im Einzelhandel und im Gesundheitswesen.

Die Zahl der Personen, die im Werra-Meißner-Kreis einen Job auf Zeit begonnen haben, ist 2018 leicht zurückgegangen, sagt Christine Funedda von der Agentur für Arbeit.

Während es 2017 noch 3779 neue befristete Anstellungen gab, waren es 2018 nur 3700. Die meisten gab es im Bildungsbereich, im Einzelhandel und im Gesundheitswesen.

Insgesamt 21 000 befristete Jobs gibt es laut dem aktuellen Mikrozensus in den nord-osthessischen Landkreisen Werra-Meißner, Fulda und Hersfeld-Rotenburg sowie dem Schwalm-Eder-Kreis. Das heißt: 7,9 Prozent aller Arbeitnehmer in der Region haben einen Job auf Zeit. Das sind weniger als der Durchschnitt in Hessen, der laut Mikrozensus bei 9,2 Prozent der Erwerbstätigen liegt.

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der befristet Beschäftigten leicht gestiegen, in den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl jedoch zurückgegangen – 2008 hatten 24 000 Menschen einen befristeten Arbeitsvertrag.

Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit weicht leicht von dieser Berechnung ab. Laut dieser waren 7,2 Prozent der Arbeitsverträge in Hessen 2018 befristet. Deutschlandweit sind es laut IAB 8,3 Prozent, also 3,2 Millionen befristete Jobs. 

Die Chance, von einer befristeten in eine unbefristete Anstellung zu wechseln, ist laut IAB hoch. Über 44 Prozent der Befristeten wurden 2018 übernommen. Gerade für junge Menschen sei das „die große Chance zum Einstieg in die Beschäftigung“, sagt Jürgen Kümpel von der Vereinigung hessischer Unternehmensverbände (VhU).

Befristete Jobs geben Menschen nicht die Möglichkeit für eine verlässliche Lebens- und Familienplanung, warnt Julia Römer vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Vor allem jüngere Menschen würden den Werra-Meißner-Kreis verlassen, um an anderen Orten eine unbefristete Beschäftigung zu finden. Zusätzlich sieht sie die Gefahr, dass Arbeitnehmer durch fehlende Sicherheit einem höheren Druck ausgesetzt sind. 

Koalitionsvertrag sieht Gesetzesänderung vor

Im Koalitionsvertrag haben SPD und Union festgelegt, dass Befristungen ohne Sachgrund eingeschränkt werden sollen. Derzeit können Unternehmen einen Arbeitsvertrag ohne Angabe von Gründen für zwei Jahre befristen. In der Zukunft soll der Anteil der Beschäftigten mit befristetem Vertrag auf 2,5 Prozent begrenzt sein, wenn ein Unternehmen mehr als 75 Mitarbeiter hat. Eine sachgrundlose Befristung soll nur noch für maximal 18 Monate möglich sein.

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