Gebühren sollen nicht steigen

Ministerium fordert weniger Phosphat im Abwasser - viele Kläranlagen müssen aufrüsten

Werra-Meißner. Weniger Phosphat im Abwasser – das hat sich das hessische Umweltministerium zum Ziel gesetzt und nimmt dafür die Kläranlagen in die Verantwortung: Ab Ende 2018 müssen viele doppelt so viel Phosphat aus dem Wasser filtern.

Dies bedeutet für einige Kläranlagen im Werra-Meißner-Kreis große Investitionen: Mehr als 210 000 Euro hat Großalmerode dafür veranschlagt. Die Verwaltung prüfe zurzeit eine Gebührenanpassung, bei der diese Investitionen auch eine Rolle spielen, sagt Kämmerer Thomas Simon. Angesichts der Summe und derzeitigen Zinsen seien die Belastungen im Verhältnis zu den Gesamtausgaben im Bereich Abwasser in Höhe von 1,2 Million Euro von marginaler Bedeutung und rechtfertigten allein keine Erhöhung.

Die Kreisstadt Eschwege habe in den vergangenen Jahren im Zentralklärwerk Eschwege, in das auch Abwasser aus den Gemeinden Berkatal, Meinhard und Teilen der Gemeinde Meißner geleitet wird, in mehreren Ausbaustufen rund 300 000 Euro in eine verbesserte Phosphateliminierung investiert, sagt Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe. „Die getätigten Investitionen werden mit der Abwasserabgabe, also der Abgabe an den Staat für die Einleitung von gereinigtem Abwasser in Oberflächengewässer, verrechnet, sodass die Abwassergebühren nicht steigen.“ 70 000 Euro investiert die Stadt Sontra laut aktuellem Haushalt in die Kläranlage in der Kernstadt. Laut Kämmerer Volker Stein sollen die Abwassergebühren jedoch nicht steigen. Nach derzeitigem Stand sei auch keine Gebührenänderung für 2018 vorgesehen.

Von der neuen Richtlinie nicht betroffen ist Neu-Eichenberg: Als Mitglied des Verbands Leine-Süd wird das dortige Abwasser in das Kanalnetz der niedersächsischen Stadt Göttingen eingeleitet und ist somit bei der hessenweiten Richtlinie außen vor, wie Werner Rusteberg von den Göttinger Entsorgungsbetrieben erklärt. 

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