Auch im Kleinkunstzelt finden Flair-Besucher ein gutes Angebot - die WR stellt die Highlights vor

Wenn die Echse zum Polizeifrisör muss

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Michael Hatzius und seine Echse - oder sollte man lieber sagen: die Echse und ihr Michael Hatzius? Lasst euch überraschen. 

Eine Diplomvolkswirtin, ein Polizist, ein Frisör und eine Echse - das Kleinkunstprogramm des 28. Open Flairs könnte nicht abwechslungsreicher sein. Von Freitag bis Sonntag buhlen die Künstler im Schlosspark um die Gunst der Fans guten Humors.

Anny Hartmann zog es einst von der Kölner Stadtsparkasse auf die Kabarettbühne. Mit ihrem Solo-Programm „Humor ist, wenn man trotzdem wählt“ hat die Diplomvolkswirtin das gute alte politische Kabarett entstaubt. Hartmann ist bissig, aber niemals bösartig, sie ist aktuell, aber wiederholt nie, was andere schon durch den Kakao gezogen haben. Hartmann tritt morgen, 10. August, von 16.30 bis 17.45 Uhr im Kleinkunstzelt auf.

Die Echse, vielen bekannt aus politischen Talkshows und Diskussionen, gibt sich am Samstag, 11. August, ab 19 Uhr die Ehre. Mit großer Klappe wühlt sie sich durch aktuelle gesellschaftliche Themen. Provokant ist da noch eine harmlose Beschreibung. Unterstützt wird sie von gleichgesinnten Kritikern. Michael Hatzius, ein mehrfach ausgezeichneter Diplom-Puppenspieler, hat da nur noch wenig zu melden - außer des Versuchs, die außer Rand und Band geratenen Puppen wieder einzufangen.

Unterstützung könnte er von Kay Ray erhalten, der ihm auf dem Fuße folgt. Ab 22 Uhr steht dieser auf der Bühne. Gelernt hat er einmal Frisör, Erfolge feierte er aber immer schon auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Aus Tratsch und Klatsch, die nur ein Frisör wissen kann, wurde „Haarscharf“, ein witziges, bisweilen erschreckend rotziges und zynisches Szene-Programm.

Comedy aus dem Frisörsalon

Der bunte Vogel mit den gefärbten Haaren und den ausgefallenen Klamotten mäandert zwischen Stand-up Comedy, Kabarett und Gesang. Wer Lust hat zu beobachten, wie ein Verrückter seinen Spleen auf der Bühne auslebt, ist hier genau richtig.

In eine ganz andere Richtung zielt Murat Topal. Der Berlin-Neuköllner ist Kind einer deutschen Mutter und eines türkischstämmigen Vaters. Er besuchte die Polizeischule und arbeitete von 1996 bis 2005 als Polizeibeamter in Berlin-Kreuzberg. Aber immer schon pflegte er nebenher sein komödiantisches Talent. Als er die Ausbildung an der Stunt- und Schauspielschule Düsseldorf beginnt, hängt Topal die Polizeiuniform an den Nagel.

Nach Eschwege kommt er am Sonntag mit seinem dritten Solo-Programm „Ein Mann für alle Fälle”. Darin berichtet er von den alltäglichen An- und Überforderungen des modernen Mannes. Um 13.30 Uhr geht es los.

Von Stefanie Bettinger

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