Pegelstand Heldra derzeit bei 4,88 Meter

Werra-Hochwasser: „Wir sind am kritischen Punkt

+
Die Straße von Eschwege nach Grebendorf ist derzeit unpassierbar.

Eschwege. Die Hochwasserlage an der Werra hat sich dramatisch zugespitzt. Mit 4,88 Metern erreichte die Werra am Pegel Heldra einen historischen Höchststand. Der lag bisher bei 4,66 Meter, gemessen beim Januar-Hochwasser 2011.

Entlang des Flusses drohen die Sandsackbarrieren dem Druck der Wassermassen nachzugeben. Über Nacht war das Wasser noch einmal um zehn Zentimeter gestiegen blieb aber am Vormittag stabil. In Bad Sooden-Allendorf steigt das Wasser immer noch um etwa einen Zentimeter pro Stunde auf 4,41 Meter.

„Wir haben einen kritischen Punkt erreicht und kämpfen an allen Fronten“, sagt der für die Einsatzleitung in Eschwege zuständige stellvertretende Stadtbrandinspektor Horst Brandt. Kritische Punkte sind die Mangelgasse, der Eschweger Ortsteil Brückenhausen und die Straße zwischen der Kreisstadt und Grebendorf. „Wir haben die Anwohner der Brückenstraße gebeten, sich vorsorglich eine andere Unterkunft zu suchen“, sagte Brandt.

 Das Wasser drücke mit Macht aus dem Fluss und von unten in die Häuser. Noch versuchen Feuerwehrleute, die Häuser an der Mangelgasse mit Sandsäcken gegen die Fluten zu sichern. Dennoch steht das Wasser in den Erdgeschossen der Gebäude bereits einige Zentimeter hoch. „Das habe ich bisher noch nicht erlebt“, sagt Karin Schilling, die im Haus Mangelgasse 16 wohnt.

Stadtbrandinspektor Brandt setzt auf freiwillige Räumung der Häuser. „Eine Evakuierung ist nach derzeitigem Stand nicht geplant. Das gilt auch für das Seniorenheim am Brückentor, wo die Feuerwehr die Sandsackbarrieren erhöht, um ein Vollaufen des Heims zu verhindern.

Bilder vom Hochwasser

Hochwasser steigt weiter

Inzwischen sind mehrere Straßen wegen Überflutung gesperrt. Außer der Verbindungsstraße zwischen Grebendorf und Eschwege sind die Bundesstraße 249 zwischen Wanfried und Frieda, die Verbindung zwischen Frieda und Aue und die Straße von Niederhone nach Jestädt unpassierbar. (D.S.)

Mehr lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare