Veterinäramt schreitet häufiger ein als noch in den Vorjahren

Werra-Meißner: 167 Anzeigen und Beschwerden wegen Tierquälerei eingegangen

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urn:newsml:dpa.com:20090101:170824-90-020796

Werra-Meißner. Die Zahl der Verstöße gegen das Tierschutzgesetz im Werra-Meißner-Kreis nimmt zu. Insgesamt 167 Fälle wurden laut Jörg Klinge, Pressesprecher des Kreises, im vergangenen Jahr beim Fachdienst Veterinärwesen zur Anzeige gebracht – im Jahr zuvor waren es noch 156.

„Die Mitarbeiter des Fachdienstes überwachen die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften etwa bei privater, gewerblicher und landwirtschaftlicher Tierhaltung, bei Tiertransport- sowie bei Zirkusunternehmen“, sagt Jörg Klinge. Bei 167 Anzeigen aus allen Bereichen erwiesen sich nur 19 Beschwerden als Fehlalarm – 148 Mal aber schritt das Veterinäramt ein. „Die aufgefundenen Tiere waren beispielsweise nur unzureichend mit Futter und Wasser versorgt und im Extremfall hochgradig abgemagert“, sagt Jörg Klinge. Auch Fälle erheblicher Vernachlässigung – etwa die unterlassene Hufpflege bei Pferden und die Haltung in zu kleinen Unterständen ohne Schutz vor der Witterung – seien bekannt.

Sehr selten hingegen würde rohe Gewalt an Haus- und Nutztieren ausgeübt, ergänzt Gudrun Schmidt, Vorsitzende des Tierschutzvereins Eschwege und Umgegend. „Häufig werden gerade Hunde und Katzen einfach ausgesetzt oder allein in den Wohnungen zurückgelassen, wenn der Halter umzieht“, sagt Gudrun Schmidt.

Stellen die Mitarbeiter des Veterinäramts einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz fest, werden dem Tierhalter zunächst Auflagen erteilt, die er innerhalb einer festgesetzten Frist umzusetzen hat. „Es folgt eine kostenpflichtige Nachkontrolle“, sagt Jörg Klinge. Habe sich die Situation nicht verbessert, werde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. „Liegt aber der Verdacht einer quälerischen Misshandlung vor“, so Klinge weiter, erfolge eine Strafanzeige. „Ein erheblich vernachlässigtes Tier kann dem Halter entzogen werden“. 

Beobachtungen sofort melden

Wer beobachtet, dass Tiere schlecht gehalten oder gar gequält werden, sollte sich mit genauen Angaben – etwa zu Zeit, Ort und Geschehen – unbedingt zuerst an das Veterinäramt wenden: 0 56 51/ 95 92 44. Das Veterinäramt ist als Behörde der Landkreisverwaltung für die Einhaltung des Tierschutzgesetzes zuständig. Nur die Mitarbeiter dieses Amtes haben die rechtliche Handhabe, die beanstandete Tierhaltung zu überprüfen und Auflagen für eine Verbesserung der Zustände zu erteilen – anders als die Ehrenamtlichen des örtlichen Tierschutzvereins. Sie bringen aufgenommene Tiere im Anschluss unter, versorgen und vermitteln sie. Telefon: 0 56 51/1733. (esp)

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