Vergessene Orte im Werra-Meißner-Kreis

Kennen Sie schon den Friedatunnel?

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Vergessene Orte: der Friedatunnel zwischen Schwebda und Großtöpfer.

Friedatunnel, Dachstunnel oder Schwebdaer Tunnel - Wir verraten, was es sich mit dem ehemaligen Eisenbahntunnel auf sich hat. 

Der Friedatunnel ist ein stillgelegter und zugeschütteter Eisenbahntunnel, der etwa vier Kilometer nordöstlich von Eschwege zwischen dem Meinharder Ortsteil Schwebda und Geismar-Großtöpfer verläuft. Aufgrund seiner geographischen Lage und der Nähe zum Großen Dachsberg ist er weitläufig auch als Dachstunnel bekannt. Der 1066 m lange Friedatunnel ist inzwischen verschlossen und verfüllt. Zu Betriebszeiten lagen in ihm zwei getrennte Gleise der beiden Bahnlinien aus Geismar (links) und Großtöpfer (rechts). Zwischen 1947 und 1983 diente der Tunnel der Versuchsanstalt für Wärmetechnik des Bundesbahn- Zentralamts Minden (Westfalen) als Klimakammer zum Testen von Reisezug- und Kühlwagen. Damals begannen kurz vor dem Portal wieder die Gleise.

Friedatunnel: Die Portale 

Das Ostportal des Friedatunnels, das sich zwischen Großtöpfer und Frieda auf etwa 215 Metern Höhe befindet, wurde in einem an die Romantik angelehnten Stil errichtet. Mit einem zusätzlichen, den eigentlichen Tunnelmund zierenden Spitzbogen ausgestattet, befinden sich unmittelbar an der Portalwand links ein kleiner Turmerker und rechts ein hoher Turm, die jeweils kreisrund gemauert sind und über seine Oberkante aufragen. Am Westportal, das sich nur etwa 250 m nördlich vom Schloss Wolfsbrunnen oberhalb des Kellaer Baches (auch ein rechter Zufluss der Werra) bei rund 205 m Höhe befindet und ohne Turmbauten in einem an die Gotik angelehnten Stil ausgeführt wurde, sind links bzw. rechts oberhalb der Wölbung die Buchstaben „B“ und „C“ (für Berlin-Coblenzer-Eisenbahn) zu erkennen.

Ehemaliger Trassenabschnitt Leinefelde-Eschwege

Das etwa 1000 lange Bauwerk war für den zweigleisigen Eisenbahnverkehr ausgelegt und gehört zum ehemaligen Trassenabschnitt Leinefelde-Eschwege, einer strategisch wertvollen Bahnlinie zwischen Berlin und Metz und diente dem Transport von Militärgütern und Personen. Als kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges die Brücke im Friedatal beim Rückzug der Wehrmacht gesprengt wurde, wurde auch die Bahntrasse stillgelegt.

Quellen: Der Friedatunnel/Wikipedia; Vergessene Bahnen

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