Bei „Tante Dorthchen" werkeln

Männerwerkstatt: hier wird gesägt, gehämmert und gehobelt

In der Weißenborner Männerwerkstatt wird jeden Freitag gesägt, gehämmert und gehobelt.
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Freitag, 14 Uhr: Für viele Männer aus der Gemeinde Weißenborn ist dies ein Pflichttermin, denn dann öffnet die Männerwerkstatt am Kirchplatz.

Stillstand ist keine Option für die Senioren der Gemeinde Weißenborn. Jeden Freitag füllen mindestens 15 der rüstigen Männer den Platz am Kirchring in der Dorfmitte mit Leben: Dann wird gehämmert, gesägt, gebohrt, gehobelt – und in erster Linie viel gemeinsam gelacht. Seit nunmehr drei Jahren gibt es die Männerwerkstatt in Weißenborn – und nach wie vor sind alle Senioren mit Feuereifer bei der Sache. „Alles, was anfällt und jedem gefällt“ werde hier erledigt, sagt Arno Mäurer, ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Weißenborn und Männerwerkstatt-Mitglied der ersten Stunde. So halten die Senioren etwa gemeinsam Wanderwege, Schutzhütten, Sportplatz- und Freizeiteinrichtungen der Gemeinde instand, fertigen Wegeschilder an oder mähen Rasen. Brauchen Gemeindemitglieder Hilfe, werden spontan Arzt- oder Einkaufsfahrten organisiert, Straßen gekehrt oder Schnee geschoben.

Tolles Projekt: Gemeinsam arbeiten

Die Männerwerkstatt ist aus dem Projekt des Jahres 2012 „Älter werden in Weißenborn und Rambach" entstanden. Seit Juli 2012 treffen sich jeden Freitag ab 14 Interessierte (Männer wie auch Frauen) und erledigen in ehrenamtlicher Arbeit mit seitens der Gemeinde zur Verfügung gestellten Maschinen und Gerätschaften verschiedenartige Projekte.

Hervorzuheben ist, dass auch teilbehinderte Menschen (Inklusion) an der Umsetzung der Projekte begeistert teilnehmen. Darunter fallen die Instandhaltung der Wanderwege, Anfertigung der Wanderwegeschilder, Rasen schneiden, Schutzhüttenpflege, Sportplatz,- und Freizeiteinrichtungen instand halten und ausbauen sowie nicht zuletzt auch die Hilfestellung bei hilfebedürftigen Mitmenschen in Form von Arzt- oder Einkaufsfahrten, Hausstandauflösungen bei unvermeidlichen Heimumzügen, Zäune schneiden, Straßen kehren, Schnee schieben und vieles mehr.

Referenzprojekt: Immobilie am Kirchring

Das Referenzprojekt ist eine an die Gemeinde übergegangene Immobilie im Kirchring. Diese Immobilie samt Scheune, Nebengebäude und Backhaus wurde von einer Weißenbörnerin „Tante Dorthchen" an die Gemeinde übergeben und wird liebevoll von der „Männerwerkstatt" saniert, renoviert und umgebaut und steht allen Vereinen, Interessenten und der Kommune sowie der Kirchengemeinde für Dorffeste, Adventsmärkte, Ernte Dank Feste, gemeinsame Treffen und Anlaufpunkt für „Jung und Alt" zur Verfügung.

In dem ehemaligen Wohnhaus des Gesamtanwesens konnte erfreulicherweise auch die Poststelle eröffnet werden.

Eine Anschubfinanzierung für erforderliche Materialien und Gerätschaften wurde über den mitwirkenden Heimatverein Weißenborn sowie aus laufenden Spendengeldern der Bevölkerung generiert.

Jeder ist willkommen

Jeder, der Lust und Zeit hat, was für das Gemeinwohl im Rahmen von verschiedenen Arbeitseinsätzen zu tun, ist herzlich willkommen. Übrigens, am heutigen Freitag, um 14 Uhr ist es wieder soweit!

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