Holz im Blut

Nicht wie Meister Eder: Moderne Tischler haben einen vielseitigen Beruf

Ausbildung hat hier einen hohen Stellenwert: Tischlermeister Holger Wilhelm bildet seinen Nachwuchs, hier die beiden Azubis Niels Ludolph und Björn Krause, selbst aus. Fotos: Maren Schimkowiak

Werra-Meißner- Tischler haben heutzutage sehr vielseitige Arbeitsbereiche. Junger, motivierter Nachwuchs wird händeringend gesucht.

„Viele denken an Meister Eder“ – Seinem Berufsstand hafte leider immer noch ein leicht angestaubtes Image an, bedauert Tischlermeister und Betriebsinhaber Holger Wilhelm.

Tischler: Handwerk, Technik, Kreativität

Dabei haben Tischler heutzutage äußerst vielseitige Arbeitsbereiche – hochmoderne Technik inklusive. Und der Beruf bietet Perspektive, denn Möbel, Fenster, Türen, Bauelemente und andere Holzarbeiten würden immer benötigt und gute Handwerker sehr geschätzt. Seit mehr als zwanzig Jahren bildet Holger Wilhelm junge Menschen zu Tischlern aus. Dabei lernen die angehenden Gesellen von der Werkstatt über die Fertigung und Produktion und der Montage beim Kunden alle Tätigkeiten und Leistungen kennen, die der Betrieb zu bieten hat. „Wir können ein breites Spektrum abbilden und unsere Azubis für den Tischlerberuf richtig fit machen“, so Holger Wilhelm. Während der Ausbildung überträgt Holger Wilhelm seinen Lehrlingen erste Verantwortung für eigene Projekte. So sollen sie selbst ein Möbelstück bauen oder dürfen auch schon beim Kunden etwas selbstständig einpassen. Dies dient auch der Vorbereitung auf das Gesellenstück, welches den Abschluss der Ausbildung darstellt.

„Bei unseren Azubis ist uns wichtig, dass sie die nötige Motivation und Zuverlässigkeit mitbringen.“ Ein gewisses Maß an technischem Verständnis, räumliche Vorstellungskraft und handwerkliches Geschick sind ebenfalls unabdingbar. Auch technisches Know-how ist von Vorteil, denn viele der Produkte werden heute am Computer und mithilfe von CNC-Maschinen gefertigt.

Wichtig: Liebe zum Handwerk

Vielseitig: Björn Krause ist im dritten Lehrjahr. Die Arbeit in der Werkstatt gefällt ihm besonders.

Drei Azubis bildet Holger Wilhelm zur Zeit aus. Björn Krause und Niels Ludolph sind beide im dritten Lehrjahr und haben die Entscheidung, Tischler zu werden, noch keinen Tag bereut. „Der Beruf ist vielseitig und mit Holz kann man viel machen“, sind sich beide einig. „Mir macht die Ausbildung Spaß, auch weil jede Arbeit anders ist.“ Das kann Tischlermeister Holger Wilhelm nur bestätigen, denn viele Aufträge seien Maßanfertigung und würden individuell nach Kundenwunsch gefertigt. Grundsätzlich haben die angehenden Handwerker viel Kontakt zum Kunden, daher ist auch die Fähigkeit auf Menschen und ihre Vorstellungen einzugehen, sehr wichtig.

Die theoretischen Inhalte werden in der Berufsschule erworben. Im Unterricht

Kam über ein Praktikum zur Lehrstelle: Niels Ludolph ist inzwischen im dritten Lehrjahr.

werden unter anderem in Maschinenkunde, Oberflächenbehandlung und Holz als Werkstoff vermittelt.

Dem Chef ist aber noch etwas anderes wichtig. „Um im Handwerk glücklich zu werden, braucht es Leidenschaft.“ Die Liebe zum Handwerk stehe an erster Stelle, nur wenn man das, was man tut gern macht, kann man viele Jahre seines Lebens damit verbringen. „Wir hatten schon junge Menschen, die nach ihrer Ausbildung doch etwas ganz anderes machen wollten“, weiß Holger Wilhelm. Festzustellen, dass der Beruf auf Dauer doch nicht zu einem passt, sei vollkommen legitim. Trotzdem rät der erfahrene Tischler in solchen Fällen, die Lehre erfolgreich zu beenden, denn eine grundständige Ausbildung sei immer von Vorteil. Die Gesellen, die sich aber für eine weitere Laufbahn im Tischlerhandwerk entscheiden, können später ihren Meister machen, selbst einen Betrieb leiten oder auch ein Studium, zum Beispiel im Bereich Holztechnik, beginnen. Holger Wilhelm übernimmt seine Auszubildenden nach Möglichkeit selbst, denn wie in vielen anderen Gewerken auch, sind gut ausgebildete Gesellen aktuell sehr gefragt. Auch für das kommende Ausbildungsjahr sucht der Betrieb Wilhelm in Hoheneiche noch motivierte Azubis, die Lust haben, mit Köpfchen und Händen zu arbeiten und ihre ersten Karriereschritte in seinem Betrieb zu gehen. Gerne können Interessierte vorab auch ein Praktikum absolvieren und erste Eindrücke vom Berufsalltag gewinnen.

Weitere Infos zum Betrieb gibt es auch online unter tischlerei-wilhelm.de.  

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