Geld für Medizinstudenten

Kreistag berät: Ärzte mit Stipendien auf das Land locken

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Eschwege. Mit 400 Euro monatlich will die CDU Werra-Meißner angehende Mediziner im Studium unterstützen. Im Gegenzug sollen sich die Stipendiaten verpflichten, mindestens drei Jahre als Hausarzt in der Region zu praktizieren.

Das Landarzt-Stipendium steht morgen Nachmittag während einer Diskussion des Kreistages zur Diskussion und zur Abstimmung.

„Das ist nicht die Lösung aller Probleme, aber ein Schritt“, sagt der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Schneider. „Wir müssen schnell handeln, denn der Ärztemangel auf dem Land wird uns in den kommenden Jahren heftig treffen.“ Die CDU knüpft eine weitere Bedingung an die finanzielle Unterstützung: Die Studenten müssen aus der Region stammen oder einen engen Bezug hierher haben – damit sie später auch dauerhaft hier praktizieren.

Die SPD sieht die Idee kritisch. „Ich bezweifele, dass dieses Instrument Sinn macht“, sagt Fraktionsvorsitzender Lothar Quanz. Die Stipendiaten könnten sich aus der Verpflichtung herauskaufen. „Und ganz wichtig“, so Quanz, „kurzfristig hilft uns das nicht, weil es zehn bis zwölf Jahre dauert, bevor ein heute unterstützter Student als Arzt im Kreis ankommt.“ An anderen Orten, beispielsweise im Vogelsbergkreis, habe sich gezeigt, dass das Landarzt-Stipendium kein Erfolgsmodell ist, so Quanz im Widerspruch zu Schneider. Vielmehr gelte es beispielsweise auf Ärztezentren zu setzen.

„Wir begrüßen alles, was Ärzte in den ländlichen Raum zieht“, sagt FWG-Sprecher Andreas Hölzel. Problematisch sei allerdings, als Kommune die Fehler kompensieren zu wollen, die in Bund und Land, sowie bei der Kassenärztlichen Vereinigung und den Krankenkassen ihre Ursache hätten. Hölzel: „Wir würden nicht in einzelne Personen investieren, sondern in Modelle zur Finanzierung und zum Aufbau von Praxen, Gemeinschaftspraxen und Ärztezentren.“

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