Schweinefleischmarkt könnte zusammenbrechen

Die Afrikanische Schweinepest rückt näher: Bauernverband erwartet existenzielle Folgen für Landwirte

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Gefährdet: Wildschweine. Das Virus tötet die meisten infizierten Tiere innerhalb kürzester Zeit. Unser Foto eines gesunden Wildschweins entstand im Tierpark Knüll.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat die deutsche Grenze fast erreicht und versetzt besonders die Schweinelandwirte in große Sorge – auch im Werra-Meißner-Kreis.

  • Die Afrikanische Schweinepest rückt näher.
  • Schweinehalter im Werra-Meißner-Kreis in Sorge.
  • Hoher finanzieller Schaden befürchtet.

„Wenn der erste ASP-Fall in Deutschland angekommen ist, darf kein Landwirt mehr Schweinefleisch in Drittstaaten exportieren“, sagt Bernd Weber vom Hessischen Bauernverband. 

Das sei die größte Sorge aller Schweinehalter, denn das hätte zur Folge, dass der Schweinefleischmarkt zusammenbrechen und der Verkaufspreis des Fleisches drastisch sinken würde. Insgesamt werden jährlich 2,1 Millionen Tonnen Schweinefleisch exportiert.

Export von Schweinefleisch in Gefahr? Landwirte bangen

 „Ein Drittel der exportierten Schweinefleischware wird in Drittstaaten verkauft, das sind 719.000 Tonnen“, erklärt Weber. China sei der größte Drittstaatenabnehmer mit 387.000 Tonnen. 

Könne ein Drittel des Fleisches zukünftig nicht mehr exportiert werden, hätte das existenzielle Folgen für viele Betriebe in Deutschland.

Neben dem Kostenverlust durch das Exportverbot kommt der Schaden an Betrieben dazu

 „In Betrieben, in denen die Pest festgestellt wurde, müssen alle Schweine sofort getötet und unschädlich beseitigt werden.“ Des Weiteren würden im Seuchenfall zwei Schutzzonen um den Betrieb errichtet. 

Um eine Weiterverbreitung zu verhindern, würden im Umkreis von einem Kilometer um den Seuchenherd alle Hausschweine getötet, darüber hinaus alle Schweine, die mit dem Seuchengehöft Kontakt hatten. Im Umkreis von drei Kilometern wird ein Sperrbezirk eingerichtet, innerhalb dessen alle Schweine auf Pest untersucht werden müssen.

Auch Wildschweine können betroffen sein: Landwirte müssen mit Ernteausfällen rechnen

Zusätzlich wird ein Beobachtungsgebiet im Umkreis von zehn Kilometern um den Seuchenherd gelegt, innerhalb dessen Beschränkungen für die Vermarktung und den Transport von Schweinen gelten. „Außerdem müssen Landwirte mit Ernteausfällen rechnen“, sagt Uwe Roth vom Kreisbauernverband Werra-Meißner. 

Würde ein infiziertes Wildschwein tot auf einem Feld gefunden, würde dieses abgesperrt, und wegen eines Ernteverbots könne der Ertrag nicht mehr verwertet werden. 

Afrikanische Schweinepest: Keine Gefahr für den Menschen

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) tritt seit 2014 in verschiedenen Ländern der Europäischen Union auf – in Deutschland gibt es bislang noch keinen Fall. Doch vor allem die Jäger nahe der Grenze zu Polen sind davon überzeugt, dass die Pest auch nach Deutschland kommt, offen ist nur, wann. 

Die ASP ist weder für Menschen noch für Katzen oder Hunde gefährlich. Hausschweinebestände, in denen ASP auftritt, müssen dagegen komplett getötet werden.

Von Carolin Eberth

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