Abstand wird eingehalten

Baumarkt statt Malle: In den Märkten der Region herrscht in der Krise Hochbetrieb

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Zeit für Reparaturarbeiten: Kurzarbeit und Osterferien werden genutzt, um Reparaturarbeiten zu erledigen.

In der Corona-Krise herrscht Hochbetrieb in den Baumärkten in der Region. Wir haben uns umgehört.

Im Einkaufswagen türmen sich Farbeimer, Pinsel und allerlei anderes Handwerkszeug. Gleich nebenan – selbstverständlich unter Berücksichtigung des erforderlichen Sicherheitsabstands – zeugen Kanthölzer, Profilhölzer und der semiprofessionelle Akkuschrauber auf dem Lagerwagen davon, dass der Freizeithandwerker Großes vorhat.

Im Toom-Baumarkt an der Niederhoner Straße in Eschwege ist Hochbetrieb. „Osterferien und Kurzarbeit“, sagt Marktleiter Uwe Holzhauer, „sind die Gründe für das große Interesse an Baumaterial und Gartenartikeln.“ Ganz ähnlich sieht das Holzhauers Kollege Oliver Heindorf.

April und Mai umsatzstärkste Monate 

„Hinzu kommen das gute Wetter und dass die Leute in den Ferien nicht verreisen können“, sagt der Chef im Hagebaumarkt in Bad Sooden-Allendorf. Ganz davon abgesehen seien April und Mai ohnehin die umsatzstärksten Monate. Limitieren muss Heindorf den Zutritt in den wenigsten Fällen.

Bis zu 250 Kunden dürfen das weitläufige Areal nach den Corona-Regeln höchstens gleichzeitig betreten. „Mehr als 40 sind selten gleichzeitig im Markt“, sagt Heindorf.

Toom: Nur noch 60 Einkaufswagen

Ganz anders sieht das im Eschweger Toom-Baumarkt aus. Mindestens 25 Kunden haben am Samstagvormittag zeitweise schon auf dem Parkplatz im Zwei-Meter-Abstand nach einem Einkaufswagen angestanden.

Die hat Uwe Holzhauer nämlich reduziert. Nur noch 60 Einkaufswagen stehen am Eingang zur Verfügung. Und mehr Kunden gleichzeitig lässt der Marktleiter auch nicht in die Verkaufsräume. Ein eigens engagierter Wachdienst am Eingang kontrolliert das.

Zudem gilt: Jeder Kunde muss einen Einkaufswagen nehmen. Lediglich bei Kindern in Begleitung der Eltern werde eine Ausnahme gemacht, sagt Holzhauer.

Disziplin im Verhalten

In den Verkaufsräumen sei das Verhalten von großer Disziplin geprägt. „Die Menschen halten Abstand“, so Heindorf, „einige Unbelehrbare sind die Ausnahme.“ Das funktioniere besser, als er das erwartet habe.

Beraten wird wie gewohnt viel per Telefon. Bestellungen gehen ebenfalls verstärkt fernmündlich ein. Auch hier werde von den Kunden ganz gezielt auf Kontakt verzichtet. Uwe Holzhauer berichtet von eingeschränkten Serviceleistungen. Farben würden gegenwärtig nicht gemischt, Holzzuschnitte könnten ebenfalls nicht angeboten werden.

Plexiglasscheiben an den Kassen

Zum Schutz von Mitarbeitern und Kunden sind an den Servicepunkten und an den Kassen Plexiglasscheiben angebracht. „Beratung findet auf Distanz statt“, sagt Holzhauer. Mitarbeiter, die einer Risikogruppe zugeordnet werden müssen, setzt Holzhauer abseits des Kundenkontaktes ein. Notfalls könnten Mitarbeiter auch freigestellt werden, so der Marktleiter.

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