VdK macht prekäre Jobs dafür verantwortlich

Bei vielen Senioren im Werra-Meißner-Kreis wird Rente knapp

Auch im Werra-Meißner-Kreis nimmt die Altersarmut zu.
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Auch im Werra-Meißner-Kreis nimmt die Altersarmut zu.

Ein Leben lang gearbeitet, doch die Rente reicht trotzdem nicht:  Die Gefahr, im Alter zu verarmen, steigt - auch im Werra-Meißner-Kreis.

Werra-Meißner - Auch dort nimmt der Personenkreis, der finanzielle Unterstützung braucht, zu, bestätigt Landkreissprecherin Sylvia Weinert. Mit Ausnahme des Jahres 2018, als die Zahl geringfügig zurückging, sei die Anzahl der Leistungsbezieher der Grundsicherung im Alter beständig gestiegen.

Grundsicherung erhält, wer aus Altersgründen seine materielle Notlage nicht mehr mit einer Erwerbstätigkeit überwinden kann oder aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr erwerbsfähig ist, informiert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Im Kreis beziehen 1401 Personen Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, davon sind 855 Personen, die über 65 Jahre alt sind und Altersrente und Grundsicherung bekommen (Stand 31. Dezember 2018), erklärt Weinert.

Von Altersarmut seien am ehesten Ein-Personen-Haushalte betroffen, und dann besonders Frauen, die nicht oder nur geringfügig erwerbstätig waren. „Verschärft wird die Problematik der Altersarmut dann, wenn eine Pflegebedürftigkeit hinzukommt und damit weitere finanzielle Belastungen, zum Beispiel für Zuzahlungen oder Fahrdienste entstehen“, sagt Weinert.

Vera Heckmüller, Kreisvorsitzende des VdK Witzenhausen, sieht noch weitere Probleme: „Die prekären Arbeitsverhältnisse, die mit der Agenda 2010 geschaffen wurden, tragen zur Altersarmut bei.“ Zudem sei der Mindestlohn zu spät eingeführt worden und auch wer diesen erhalte, bleibe im Alter arm und müsse aufstocken. „Jeder Sechste ist von Altersarmut bedroht und das wird sich auf jeden Fünften in den nächsten Jahren hochschaukeln.“

Besonders betroffen sind ihrer Ansicht nach alleinerziehende Frauen und Menschen, die wegen eines zu pflegenden Angehörigen nicht voll arbeiten gehen können, Hausfrauen, Minijobber sowie alle niedrig bezahlten Arbeitsverhältnisse. 

Finanzielle Unterstützung

Wer als Rentner finanzielle Unterstützung benötigt, kann Grundsicherung beantragen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, beim Sozialamt Wohngeld zu beantragen. 2018 haben 461 Senioren-Haushalte im Kreis diese Form der Unterstützung beantragt. Rentner, die die Grundsicherung erhalten, können zudem auch das Diakonieticket in Anspruch nehmen. Damit können alle Tickets des NVV vergünstigt genutzt werden, informiert Kreissprecherin Sylvia Weinert. 

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