Der bundesweite Fahrlehrermangel verschärft sich

Fahrschulen im Kreis finden kein Personal

Werra-Meißner. Angehende Fahrlehrer haben momentan gute Chancen auf einen Job. „Alle, die die Prüfung bestehen, haben gleich mehrere Angebote in Aussicht“, sagt Uli Löhr, Leiter der Ausbildungsstätte der Straßenverkehrsgenossenschaft Hessen in Wetzlar.

Denn viele Fahrschulen berichten von Fahrlehrermangel. So auch die Fahrschule Ludwig in Hessisch-Lichtenau: „Wir haben sechs Fahrlehrer im Team, drei davon sind über 60 Jahre alt“, sagt Silke Steinfeld. Bereits seit drei Jahren wird dort nach neuen Kollegen gesucht.

Auch die Fahrschule Kuckuck in Bad Sooden-Allendorf ist auf der Suche, die Fahrschule Scheinfirma in Witzenhausen habe derzeit nur durch Glück und Zufall genug Personal.

Wie groß der Mangel wirklich ist, lässt sich nur schwer beziffern. Silke Sennhenn, Sprecherin der Agentur für Arbeit Kassel, spricht von einer Dunkelziffer. Uli Löhr bestätigt aus seiner Erfahrung, dass viele Fahrschulen nicht über die Agentur suchen. Er kennt auch die Hauptursache für die Knappheit: „Seitdem die Wehrpflicht weggefallen ist, versorgt uns die Bundeswehr nicht mehr mit Fahrlehrern.“

Der Mangel könnte sich in den kommenden Jahren noch verschärfen, denn laut der Interessenvereinigung „Moving“ beträgt das Durchschnittsalter der Personen mit Fahrlehrerlaubnis 53 Jahre mit steigender Tendenz. Der Gesetzgeber hat reagiert und hat mit Wirkung zum Beginn des Jahres 2018 das Fahrlehrergesetz geändert. Das Mindestalter wird auf von 22 auf 21 Jahre gesenkt und es sind kein bestimmter Schulabschluss sowie kein Motorrad- und Lastwagenführerschein mehr nötig. Silke Steinfeld blickt dennoch besorgt in die Zukunft, wobei langfristige Planung momentan sowieso nicht möglich sei. „Aber wenn die Situation so bleibt, da brauchen wir uns nichts vormachen, wird es Wartelisten geben“ – wie bei einigen anderen Fahrschulen bereits jetzt schon.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare