Populationen durch Kälteperiode nur vereinzelt dezimiert

Werra-Meißner: Der Frost hat Schädlinge nicht stark getroffen

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Eine der größten Schädlinge im Maisanbau: der Maiszünzling.

Werra-Meißner. Die Frostperiode der vergangenen Tage hat die Schädlinge dezimiert, aber nicht in der Menge, die sich Landwirte und Obstbauern aus der Region gewünscht hätten.

Dabei kommt es nicht auf die Dauer oder Härte des Frosts an. Schadinsekten haben sich über Jahrtausende ans Klima angepasst und verfügen über Überlebensstrategien, die ihren Bestand sichern. „Aber auf den Deckel haben sie einen bekommen“, sagt Uwe Roth, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands.

Heimische Insekten haben Überlebensstrategien bei Kälte entwickelt. Sie fallen in eine Kältestarre oder legen ihre Nachkommen schon im Spätsommer oder Herbst schützend ab. Probleme mit dem Frost haben besonders aus wärmeren Regionen eingewanderte Schädlinge wie der Maiszünzler oder die Kirschessigfliege. Der Maiszünzler kam aus dem Mittelmeerraum und schädigt Maispflanzen. Die Kirschessigfliege wurde aus Südostasien eingebracht und befällt seit 2011 immer häufiger die Kirschbäume im Werratal.

 „Der Bestand dieses Schädlings, der in frostfreien Nischen überwintert, wurde in diesem Winter aber stark dezimiert“, sagt Gartenbauberater Eberhard Walther vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen in Kassel. Das habe man in den vergangenen Monaten durch Untersuchungen festgestellt. „Erst die Feuchtigkeit und später der Frost haben besonders dem Weibchen stark zugesetzt“, sagt Walther. Den Obstbäumen selbst hat die Kälte der vergangenen Tage nichts ausgemacht. „Die Bäume sind in einem sehr guten Zustand“, sagt Walther.

Nützlinge habe Frost gut überstanden

Auch Nützlinge wie die Honigbienen haben die Frostperiode gut überstanden, berichtet Thomas Krüger, Vorsitzender des Eschweger Imkervereins. Bei Kälte verlassen die Bienen ihren Stock nicht. Ein Problem sei eher der milde Januar gewesen, der die Arbeiterinnen schon zur Brut und dadurch zur Futtersuche getrieben habe. 

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