Immer mehr Menschen arbeiten im Rentenalter

Gut fünf Prozent der Senioren im Kreis sind noch erwerbstätig

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Werra-Meißner. Arbeit statt Ruhestand – immer mehr ältere Menschen verdienen Geld, obwohl sie das Rentenalter bereits erreicht haben. Im Werra-Meißner-Kreis ist diese Entwicklung stärker als im hessischen und deutschen Durchschnitt.

Das geht aus der Statistik der Agentur für Arbeit hervor.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten über 65 Jahre liegt im Kreis bei 223 und hat sich damit im Vergleich zu vor vier Jahren mehr als verdoppelt. Der Anteil der arbeitenden Senioren an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten insgesamt steigt von Jahr zu Jahr, mittlerweile liegt er bei 0,8 Prozent. Auch die Anzahl der geringfügig Beschäftigten Menschen über 65 Jahre, die maximal 450 Euro pro Monat verdienen, steigt an. Waren es 2013 noch 1024, sind es mittlerweile 1213.

Besonders viele Senioren arbeiten im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel, in Autowerkstätten und in den Branchen von Verkehr, Lagerei und verarbeitendem Gewerbe.

Als Grund für diese Entwicklung wird häufig die steigende Altersarmut genannt. Damit müsse man vorsichtig umgehen, sagt Laura Romeu Gordo vom Deutschen Zentrum für Altersfragen: „Das trifft auf einen Teil der Menschen zu, nicht auf alle. Manche müssen arbeiten, manche wollen arbeiten, manche müssen und wollen arbeiten.“ Wenn ältere Menschen in Studien gefragt werden, warum sie arbeiten, seien finanzielle Gründe nicht die häufigste Antwort. „Das sind Spaß, Kontakt zu Kollegen und eine Aufgabe zu haben.“

Deshalb nehmen auch viele ältere Menschen ein Ehrenamt an: „Es fällt den meisten schwer, zunächst in ein Loch des Nichts zu fallen“, sagt Alexandra Kobusch, Leiterin des Seniorentreffs in Bad Sooden-Allendorf. „Die Prognosen sagen, dass die Arbeit im Alter weiter zunehmen wird“, sagt Romeu Gordo – nicht nur, weil es immer mehr ältere Menschen gibt. (anp)

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