Besonders betroffen sind die Werra-Aue und die großen Seen

Werra-Meißner: Gänse richten jedes Jahr hohe Schäden an

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Symbolbild von Graugänsen

Werra-Meißner. Sie verschmutzen Badestrände, zerstören landwirtschaftliche Flächen und richten so jedes Jahr große Schäden an – die Nil- und Graugänse.

Uwe Roth, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, schätzt die jährlich angerichteten Schäden allein in der Landwirtschaft auf rund 40.000 Euro. Im Werra-Meißner-Kreis sind vor allem Flächen an der Werra-Aue, der Werratalsee, der Meinhardsee sowie die Kiesteiche bei Ermschwerd betroffen.

Wie hoch die Schäden an Badestränden und Freizeiteinrichtungen sind, wird nicht beziffert, aber als erheblich beschrieben. „Den besonders betroffenen Kommunen Meinhard, Eschwege und Witzenhausen brennt das Gänseproblem unter den Nägeln“, sagt Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill. Das Problem: Durch Wildgänse verursachte Schäden werden nicht ersetzt.

Die Untere Jagdbehörde der Kreisverwaltung hat deshalb ein Wildgansmanagement-Projekt ins Leben gerufen. Ziel: Die Population der Wildgänse zu kontrollieren sowie die Tiere an Orte umzusiedeln, an denen ihre Hinterlassenschaften nicht zu große Schäden anrichten. „Eine Begrenzung der Abschusszahlen besteht für die Wildgänse nicht“, sagt Torsten Brandt von der Unteren Jagdbehörde. In der Jagdsaison 2016/2017 wurden im Kreis 75 Nilgänse und 43 Graugänse abgeschossen. Aktuelle Abschusszahlen gibt es noch nicht, da die Jagdsaison erst am 15. Januar endet.

 „Mit der Bejagung allein ist es aber nicht getan“, sagt Stephan Boschen vom BUND Werra-Meißner. Seiner Meinung nach spreche bei der guten Populationsgröße der Tiere im Kreis aus Naturschutzsicht nichts gegen eine Bejagung, er fordert aber klar, dass weitere Anstrengungen, wie etwa das Umsiedeln notwendig sind. Genau an diesem Punkt setzt das Wildgansmanagement an. So sollen die Tiere durch höheres Gras und Zäune an den Badestränden dazu gebracht werden, sich andernorts anzusiedeln.

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