Kreisverbände unterstützen Abschaffungspläne der CDU

Werra-Meißner: Jäger fühlen sich durch Jagdsteuer benachteiligt

Werra-Meißner. Die organisierten Jäger im Werra-Meißner-Kreis unterstützen einen Vorstoß der CDU im Kreistag, die Jagdsteuer abzuschaffen.

Die Vorsitzenden der Jagdvereine Hubertus in Eschwege und Witzenhausen, Rainer Stelzner und Gerhard Hilwig, plädieren dafür, die in ihren Augen als Luxussteuer anmutende Abgabe abzuschaffen. „Wir haben mehr Last als finanziellen Nutzen von der Jagd“, sagten Stelzner und Hilwig.

Die Jagdsteuer sei in ihren Augen ein Relikt aus dem 19. Jahrhundert. Damals ist sie als Ertragssteuer auf das Wildbret eingeführt worden. Heute sei sie eine „unzeitgemäße und sachlich nicht gerechtfertigte Bagatellsteuer“, wie Peter von Roeder (CDU) während der jüngsten Kreistagssitzung argumentierte. Jäger würden erhebliche Leistungen für den Natur- und Artenschutz erbringen. Dass sie dafür auch noch Steuern zahlten, würde sie erheblich benachteiligen.

Die Abschaffung der Jagdsteuer ist kein neues Thema. Schon mehrfach gab es im Kreistag Versuche, die Abgabe zu kippen. In anderen Landkreisen hatten die Gegner der Jagdsteuer bereits Erfolg. Seit 1999 die Zuständigkeit über die Abschaffung der Jagdsteuer den Landkreisen übergeben wurde, haben zehn von 21 hessischen Landkreisen die Steuer abgeschafft. „Bislang wurde von Kreisseite immer argumentiert, man könne auf die Einnahmen aufgrund des defizitären Haushalts nicht verzichten“, sagt Stelzner. Das sei jetzt nicht mehr gegeben. Der Überschuss des Werra-Meißner-Kreises liegt bei 4,1 Millionen Euro. Durch die Jagdsteuer nimmt der Kreis 119 000 Euro ein.

Der CDU-Vorstoß wurde zur weiteren Beratung in den Ausschuss überwiesen. Der tagt am 19. Februar. „Entscheidung und Kommentierung überlassen wir dem Kreistag“, sagt Kreissprecher Jörg Klinge auf Anfrage. Der Kreistag wird voraussichtlich in seiner nächsten Sitzung am 23. Februar über die Abschaffung entscheiden. 

Rubriklistenbild: © dpa

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