Bei Familiengründern hapert es an solider Finanzierung

Werra-Meißner: Jungen Menschen fehlt oft Geld fürs Eigenheim

Werra-Meißner. Die Wohneigentumsquote im Werra-Meißner-Kreis liegt mit 61 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von rund 45 Prozent, dennoch gibt es schlechte Nachrichten: Die großen Verlierer beim Wohneigentum im Kreis sind die 25- bis 40-Jährigen. Das ergab eine Umfrage des Pestel-Institutes Hannover.

Vom Einfamilienhaus bis zur Eigentumswohnung – im Werra-Meißner-Kreis gibt es rund 28.200 Wohnungen, für die keine Miete gezahlt werden muss. Doch gerade die typische Hauskauf-Klientel, die Jobstarter und Familiengründer, könnten sich immer seltener ein Eigenheim leisten. Laut der Pestel-Umfrage ist die Chance auf die eigenen vier Wände für die rund 15.100 Menschen im Alter zwischen 25 und 40 Jahren im Kreis stark gesunken. „Die Eigentumsquote dieser Altersgruppe ist in den vergangenen zwölf Jahren um 14 Prozent zurückgegangen“, sagt Matthias Günther, Leiter des Pestel-Institutes. 

Laut Günther hapere es dabei nicht an dem Wunsch für ein Eigenheim, sondern an einer soliden Finanzierung: „Häufig bekommen gerade jüngere Menschen nur Zeitverträge angeboten.“ Für einen Immobilienkredit seien aber unbefristete Jobs notwendig. Dies bestätigt auch Ulrich Siebald, Pressesprecher der Sparkasse Werra-Meißner. Volker Pfister, Leiter der Immobilien-Welt der VR-Bank Werra-Meißner sieht bei einem befristeten Arbeitsvertrag kein Problem für die Kreditvergabe. „Kunden in prekären Arbeitsverhältnissen wie einem Minijob, haben sicherlich ein Problem“, sagt er. Das Baufinanzierungsgeschäft sei in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen und die Zahl 25- bis 40-Jährigen dabei nicht rückläufig gewesen, betonen Pfister und Siebald. 

Allerdings könne man davon ausgehen, dass Menschen mit einem befristeten Arbeitsverhältnis auch selten eine Hausfinanzierung in Angriff nehmen würden.

Das Pestel-Institut

Das Pestel-Institut mit Sitz in Hannover versteht sich als Forschungsinstitut und Dienstleister für Kommunen, Unternehmen und Verbände. Seit 40 Jahren unterstützt das Institut mit Recherchen, Analysen, Befragungen und Modellrechnungen in Themenbereichen wie Regionalwirtschaft, Wohnungsmärkte und kommunale Entwicklung unterschiedliche Institutionen bei der Planung von Marktaktivitäten und Investitionen. 

Auftraggeber sind neben Kommunen auch Ministerien, Banken und Sparkassen, Energieversorger sowie weitere Unternehmen aus der Privatwirtschaft und Verbände. Gegründet wurde das Institut 1975 von dem Ökonom, Ingenieur und Politiker Professor Eduard Pestel.

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