Handy-Schutzengel warnt 8400 Nutzer

Katwarn-App: In zwei Jahren gab es 14 Auslösungen im Kreis

+
urn:newsml:dpa.com:20090101:170717-99-275747

Werra-Meissner. Das Katastrophen-Warnsystem „Katwarn“ wird künftig noch mehr Informationen liefern als bisher.

Neben Hinweisen auf Unwetter, Großbrände und Chemieunfälle durch den Deutschen Wetterdienst (DWD) beziehungsweise die Leitstelle Werra-Meißner werden nun auch Warnhinweise bei Terroranschlägen, Amokläufen und anderen gefährlichen Situationen von der Polizei per Katwarn weitergegeben.

Der Werra-Meißner-Kreis hat den Warnmelder heute vor zwei Jahren eingeführt. Seitdem haben sich mehr als 8400 Nutzer angemeldet. Die meisten nutzen die App, einige lassen sich per SMS über Gefahrenlagen informieren. Allerdings vergessen offenbar viele Katwarn-Nutzer, die Schutzengelfunktion auch zu aktivieren. Aber nur dann kann das System „ortscharf“ den persönlichen Standort ermitteln und entsprechend warnen. „In den vergangenen zwei Jahren hat Katwarn im Kreisgebiet 14-mal ausgelöst“, sagt Sylvia Weinert vom Werra-Meißner-Kreis. Gründe waren unter anderem Stromausfälle, Störungen der Trinkwasserversorgung oder Tunnelsperrungen. Zum Open Flair hat der Landkreis über einen Themenkanal erstmals Warnungen speziell für das Festival verschickt.

Zusätzlich zu den bisherigen Funktionen informiert künftig auch die Polizei bei gravierenden Bedrohungen. „Es ist eine schnelle und verlässliche Ergänzung zu anderen Warnsystemen“, erklärte der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU). Bundesweit geht man davon aus, dass sich künftig deutlich mehr Menschen anmelden werden. Der Amoklauf in München vor einem Jahr hatte überall zu einem rasanten Anstieg der Nutzerzahlen von Katwarn geführt.

Gefahrenmeldungen des Katastrophenschutzes im Landkreis werden von der Leitstelle im Landratsamt ausgelöst. Bislang gab es hier aber nur einen Probealarm. Deutlich häufiger sind Warnungen des Deutschen Wetterdienstes – zuletzt bei Unwettern. (ts/hro)


Hintergrund

Wer das Katastrophenwarnsystem „Katwarn“ nutzen möchte, muss sich vorher einmalig anmelden. Er sendet an die Service-Telefonnummer 01 63/7 55 88 42 eine SMS mit dem Wort „Katwarn“ und der eigenen Postleitzahl. Auch die E-Mail-Adresse kann angegeben werden. Verbreiteter ist aber inzwischen die „Katwarn“-App, die man sich auf das Smartphone herunterladen kann. Auch bei der App-Version können mehrere Orte angegeben werden, für die man gewarnt werden möchte. Auch Warnungen für den jeweiligen Standort des Smartphones („Schutzengel-Funktion“) sind möglich. (hro) Weitere Informationen: www.katwarn.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare