Werra-Meißner: Kein generelles Fotografier-Verbot in den Schwimmbädern

Werra-Meißner. Die Betreiber der Thermen, Frei- und Hallenbäder im Kreis wollen sensibel darauf achten, wie Smartphones beim Schwimmbadbesuch genutzt werden.

 Das ergab eine Abfrage unserer Zeitung bei allen Verantwortlichen der zehn Schwimmstätten im Kreis vor Beginn der Freiluft-Saison. Die Stadt Offenbach hat jetzt einen Vorstoß gewagt, Handykameras abzukleben (Hintergrund).

Den meisten Betreiber der Schwimmbäder sind bislang keine Beschwerden von Besuchern über ungewünschte Handynutzung bekannt. „Beschwerden von Badegästen gibt es, aber sehr selten“, sagt Tobias Degenhardt, Prokurist der Eschweger Stadtwerke. Die Stadtwerke haben schon vor einiger Zeit das Thema Fotos in die Haus- und Badeordnung ihres Schwimmbads aufgenommen. Das Fotografieren und Filmen von Personen und Gruppen ohne deren Einwilligung sei verboten, heißt es hier. „Wir lassen es möglichst gar nicht so weit kommen und gehen aktiv auf Besucher zu, die dem Anschein nach fotografieren wollen“, sagt Degenhardt.

In der Werrataltherme in Bad Sooden-Allendorf sind sowohl im Bad als auch in der Sauna aufgrund der Haus- und Badeordnung Handys grundsätzlich nicht gestattet. „Fotografieren sowie Filmen sind verboten“, sagt Geschäftsführer Frank Hix. Im Freibad seien bislang keine Probleme bekannt. Ebenso ist es in Witzenhausen. Hier setzen die Stadtwerke auf das „ordentliche Gespräch“. Das helfe oft mehr, die Mitarbeiter seien entsprechend geschult, sagt Geschäftsführer Thomas Meil.

Die Erfahrungen der Vergangenheit haben im Schwimmbad Datterode, das von einem Förderverein betrieben wird, kein grundsätzliches Fotografierverbot nötig werden lassen. Ab dieser Saison werden trotzdem Hinweisschilder aufgestellt. Mit „Bitte fotografieren Sie keine Menschen ohne deren Zustimmung“ ruft der Förderverein zum verantwortungsvollen Fotografieren auf. 

Hintergrund: Aufkleber für die Kameralinse

Damit niemand das neue Fotoverbot im Offenbacher Waldschwimmbad umgeht, müssen Besucher ihre Handykameras abkleben. Auch in Frankfurter Bädern gilt bald die Pflicht zum Überkleben. Der Aufkleber sei an der Kasse kostenlos erhältlich. Der Sticker werde auf die Kameralinse geklebt und sei später leicht abziehbar. Bei Verstößen würden die Besucher ermahnt, könnten im Notfall aber auch aus dem Schwimmbad gewiesen werden. Mit dem Fotoverbot will der Offenbacher Schwimmclub verhindern, dass Badegäste ungewollt und unbemerkt abgelichtet werden. Selbst Aufnahmen mit Freunden oder der eigenen Kinder sind tabu.

Ein Interview zum Thema sowie wie die neun anderen Bäder im Kreis mit dem Fotografier-Verbot umgehen, lesen Sie in der gedruckten Montagsausgabe der Werra-Rundschau sowie im E-Paper.

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare