Weniger Jugendliche mit Alkoholvergiftung

Komasaufen: Zahl der Krankenhausaufnahmen auf Tiefststand

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Werra-Meissner. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die im Werra-Meißner-Kreis wegen einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden müssen, sinkt immer weiter. Die Zahlen widersprechen damit dem Bundestrend.

Dem statistischen Bundesamt zufolge stieg die Zahl der Betroffenen deutschlandweit im Jahr 2016 wieder – erstmals seit 2012. So auch in Hessen, hier lag der Anstieg bei den Zehn- bis 20-Jährigen bei 7,1 Prozent: Von 1289 Betroffenen im Jahr 2015 auf 1380 im Folgejahr. 

Die Fachstelle für Suchthilfe und Prävention des Diakonischen Werkes Werra-Meißner hat bereits die Zahlen für das Jahr 2017 erhoben. Demnach wurden nur 13 Jugendliche in das Klinikum Werra-Meißner eingeliefert, das ist der tiefste Stand seit dem Start der Erhebung im Kreis im Jahr 2005, 2016 waren es noch 20 Einlieferungen gewesen. Allerdings werden nur Elf- bis 17-Jährige in die Statistik einbezogen, das Statistische Bundesamt bezieht sich auf Zehn- bis 20-Jährige. Harald Nolte von der Fachstelle für Suchthilfe freut sich über die niedrige Zahl der Fälle im Kreis, er führt sie auch auf die Präventionsarbeit zurück, dazu gehört das Projekt „Hart am Limit“, kurz „Halt“. Dabei wird unter anderem in Kooperation mit dem Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums Werra-Meißner den Jugendlichen, die wegen einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus kommen, und ihren Eltern ein Gespräch noch in der Klinik und danach in der Beratungsstelle angeboten, um die Situation aufzuarbeiten.

 Die Einstellung der Jugendlichen spiele aber auch eine Rolle: „Ich glaube, dass das Rauschtrinken uncooler geworden ist“, sagt Nolte, zudem sei es sehr selten, dass jemand mehr als einmal ins Krankenhaus gebracht werden müsste. „Diese Erfahrung möchte man nicht mehrmals machen.“

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