Dem Nachwuchs fehlt Zeit für Vereinsarbeit

Eschwege. Den Vereinen fehlt der Nachwuchs. Und Jugendliche in Vereinen und Verbänden übernehmen dort selten eine leitende Position. Vielen fehlt durch Ausbildung und Beruf die Zeit, um ein Ehrenamt zu übernehmen. Dabei würden sich viele Vereine im Werra-Meißner-Kreis mehr junge Menschen in ehrenamtlichen Führungspositionen wünschen.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer Studie, die in Eschwege vorgestellt wurde. Laut der Studie „Jugendliche in zivilgesellschaftlichen Organisationen“, die Mareike Alscher, Soziologin am Wissenschaftszentrum Berlin, im E-Werk präsentierte, bemüht sich jedoch nur ein Drittel der Vereine in Städten und Gemeinden in Deutschland um junge Menschen für Leitungsfunktionen. Die Nutzung der sozialen Netzwerke im Internet nimmt bei Jugendlichen laut Alscher einen höheren Stellenwert ein. Das Interesse am Vereinsengagement rücke dabei in den Hintergrund. Die Chöre im Werra-Meißner-Kreis zum Beispiel haben ein großes Nachwuchsproblem. Innerhalb von fünf Jahren ist die Zahl der Kinderchöre von sieben auf fünf gesunken. Nachwuchs für Erwachsenenchöre zu finden, sei sehr schwierig. Leitungspositionen mit Jugendlichen zu besetzen, wäre wünschenswert, ohne Nachwuchs aber nicht machbar. „Wenn wir junge Leute bekommen könnten, würden die Türen offen stehen“, sagt Rudolf Baum, Mitglied im Sängerkreis Mittelwerra. Der Altersdurchschnitt der aktiven Sänger im Werra-Meißner-Kreis liege bei 65 Jahren. Eine leitende Position dürfen bei der Feuerwehr im Kreis Jugendsprecher übernehmen. Dort wurde vor einigen Jahren ein Jugendforum gegründet, in dem Sprecher auch Sitz und Stimme im Kreisjugendfeuerwehrausschuss haben. Seit drei Jahren seien die Zahlen der Mitglieder konstant, die Austritte gering, berichtet Christian Polster, stellvertretender Kreisjugendfeuerwehrwart.

Von Franziska Kiele

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