Werra-Meissner-Kreis: Betrieb zahlreicher Landwirte in Gefahr

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Werra-Meißner. Der Betrieb zahlreicher Landwirte aus dem Werra-Meißner-Kreis ist in Gefahr. Der Grund: die neue Düngeverordnung, die bereits im vergangenen Jahr verabschiedet wurde und deren geänderte Vorgaben teilweise Investitionen in Millionenhöhe bei den Landwirten nach sich ziehen.

„Einige dieser Änderungen entbehren jeglicher Logik“, sagt Torsten Möller, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Eschwege. So behandele man Milchviehbetriebe durch die neue Verordnung so, „als ob sie mit Atommüll handeln würden“. Denn um zum Beispiel die neuen Emissionsminderungswerte einzuhalten, reiche es nicht mehr aus, die Silos mit einer Strohschicht abzudecken; stattdessen müssen jetzt teure Zeltdächer angeschafft werden.

Diese neuen Vorgaben kosten Geld, „bei einem Vollerwerb geht das in den sechsstelligen Bereich“, sagt Möller. Von mehreren Landwirten hätte er deshalb bereits gehört, dass sie die Segel streichen würden, müssten sie alle neuen Vorgaben umsetzen. „Bei dem hier sowieso schon dünnen Viehbesatz wäre das eine Katastrophe.“

Dass Möller, der selbst einen landwirtschaftlichen Hof im Ringgau bewirtschaftet, und seine Kollegen noch im Konjunktiv sprechen, hängt mit dem Inhalt der neuen Verordnung zusammen: Die ist in ihrer Ausarbeitung bislang noch so schwammig, dass die Landwirte noch gar nicht genau wissen, wie welche Vorgaben genau umgesetzt werden müssen. „Das ist alles überhaupt nicht zufriedenstellend“, erklärt Klaus Jopp, Vorsitzender des Vereins für ländliche Fortbildung.

Wie viele andere Landwirte auch hatte er sich von dem Forum Landwirtschaft, das kürzlich in Reichensachsen stattfand, Antworten auf offene Fragen von den Referenten des Regierungspräsidiums und des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen erhofft; doch diese blieben aus.

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