Corona-Virus: Der Kreis ist auf den Ernstfall vorbereitet

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Vorbereitung auf das Corona-Virus: Die Virologen der Uni Marburg, hier Sandro Halwe, sind an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen den Erreger beteiligt.

Erhöhte Aufmerksamkeit bei Gesundheitsamt und Klinikum Werra-Meißner  nach den ersten Infektionsfällen in Deutschland mit dem Corona-Virus. Die Krankenhäuser sind vorbereitet.

Werra-Meißner. Das Corona-Virus hat Deutschland erreicht. Ein infizierter Mann befindet sich auf der Isolierstation einer Klinik in München, auch die Uniklinik Göttingen meldete am Dienstag einen Verdachtsfall.

Das hessische Ministerium für Soziales und Integration trifft Vorkehrungen für den Fall, dass weitere Erkrankungen auftreten, genau so wie der Werra-Meißner-Kreis. Die Aufmerksamkeit ist sowohl im Klinikum-Werra-Meißner, als auch beim zuständigen Gesundheitsamt erhöht: „Krankenhäuser und Ärzte sind vorbereitet“, so Annett Förste, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Ärztlicher Dienst im Werra-Meißner-Kreis.

Klinikum passt Behandlungspfade an 

Das bestätigt auch Dr. Peter Schott, Kardiologe, Intensivmediziner und ärztlicher Direktor im Klinikum Werra Meißner: „Seit dem Ausbruch der Sars-Infektion vor einigen Jahren wurden für unser Klinikum spezielle Behandlungspfade definiert, wie mit hochinfektiösen, potenziell lebensgefährlich verlaufenden Infektionen durch Viren umzugehen ist. Diese Behandlungspfade wurden nun an die aktuelle Gefährdungssituation durch das Corona-Virus angepasst.“

Klare Hygieneregelungen für Isolations-Patienten

Es gäbe klare Hygieneregelungen für die Isolation betroffener Patienten. Das Klinikum verfüge über ausreichend Schutzkleidung inklusive Atemschutzmasken, um Verdachtsfälle oder bestätigte Infektionen zu versorgen, so Schott weiter.

Ärzte und Mitarbeiter der Notaufnahme bekamen Handlungsanweisungen 

„Bereits in der vergangenen Woche wurde allen Mitarbeitern der Notaufnahmen und allen Ärzten des Klinikums eine schriftliche Handlungsanweisung zum Vorgehen bei Infektionsverdacht mitgeteilt“ sagt Schott. Sollte es tatsächlich zu einer lebensbedrohlichen Infektion kommen, stünden alle notwendigen intensivmedizinischen Therapiemaßnahmen zur Verfügung, versichert der Mediziner. Bisher habe es aber keine Verdachtsfälle im Kreis gegeben, weiß Annett Förste vom Gesundheitsamt.

Das hessische Sozialministerium teilt in einer Presseerklärung mit: „Corona-Viren können schwere Lungenentzündungen auslösen. Vor allem Menschen, die die chinesischen Risikogebiete besucht oder Kontakt mit erkrankten Personen hatten, sind gefährdet. Zu den Symptomen gehören Fieber und Husten. Falls Personen aus China einreisen und während eines Fluges erkranken, werden sie bereits im Flugzeug isoliert und am Flughafen von Ärzten untersucht. Gesicherte Erkenntnisse über die Herkunft des Virus, den Übertragungsweg und die Inkubationszeit liegen nicht vor.“

Im Werra-Meißner-Kreis ist das Gesundheitsamt Ansprechpartner. 

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