Werra-Meißner-Kreis geht Zukunft mit neuen Selbstbewusstsein an

Blick vom Schwalbental: In den Tallagen rund um den Hohen Meißner liegen die 16 Städte und Gemeinden des Werra-Meißner-Kreises mit ihren Orts- und Stadtteilen. Foto: Archiv

Eschwege. Am 6. März werden die neuen Kommunalparlamente in Hessen gewählt. Die Werra-Rundschau wird in den kommenden Ausgaben bis zur Wahl alle Städte und Gemeinden des Altkreises vorstellen. Heute: Der Werra-Meißner-Kreis selbst.

Lesen Sie hier die Analyse unseres zuständigen Redakteurs Harald Sagawe

Als vor fünf Jahren die Kommunalparlamente zur Wahl standen, hatten unter anderem die Auswirkungen der Finanzkrise die Haushalte von Städten, Gemeinden und Kreisen tief in die roten Zahlen getrieben. Inzwischen hat der Werra-Meißner-Kreis seine Finanzen konsolidiert. Im dritten Jahr ist der Haushalt ausgeglichen, 2016 wird sogar ein bescheidener Überschuss erwartet.

Landrat Stefan Reuß zählt das in den vergangenen zehn Jahren gewonnene neue Selbstbewusstsein zu den Dingen, die den Werra-Meißner-Kreis heute ausmachen. „Der Tiefpunkt der wirtschaftlichen Entwicklung ist längst überwunden“, sagt er. „Jetzt müssen wir die Perspektiven nutzen, die sich uns in der Mitte Deutschlands zwischen den Oberzentren Göttingen und Kassel bieten.“ Der Werra-Meißner-Kreis könne so etwas wie der Speckgürtel der beiden Großstädte werden. Dafür gelte es, Strukturen zu verbessern.

Entwarnung will Reuß dennoch nicht geben. „Die Auswirkungen von Griechenland- und Finanzkrise werden weiter ein großes Thema sein“, sagt er, „den heimischen Banken brechen durch die niedrigen Zinsen die Erträge weg.“ Das werde zu Strukturdiskussionen führen. Den Werra-Meißner-Kreis betrifft das als Eigentümer der Sparkasse unmittelbar. Auch als Sozialhilfeträger wird er davon betroffen sein, dass private Altersvorsorge angesichts niedrigster Zinsen nicht im erhofften Ausmaß die Lücken bei den gesetzlichen Renten wird schließen können.

Kommt die Zinswende, wird auch der Kreis für seine Verbindlichkeiten deutlich mehr zu bezahlen haben. Die Kassenkredite wurden in den vergangenen Jahren um 30 Millionen Euro zurückgefahren, stehen aber noch immer bei 45 Millionen Euro. „Die weitere Reduzierung ist das Ziel“, sagt Reuß.

Die Sanierung des Schlosses und die Modernisierung der Verwaltungsgebäude werden den Kreistag in der neuen Legislaturperiode beschäftigen. 13,8 Millionen Euro sollen in das Projekt investiert werden. 2016 startet ein weiteres Großprojekt: In Nordhessen werden innerhalb von dreieinhalb Jahren 2000 Kilometer Breitbandkabel verlegt. Schnelles Internet soll dann auch im Werra-Meißner-Kreis überall verfügbar sein.

Sechs Parteien machen im Kreistag Werra-Meißner mit seinen insgesamt 61 Sitzen Politik. Die SPD ist stärkste Fraktion und koaliert seit der Kommunalwahl im Jahr 2011 mit den Grünen. Gemeinsam haben die Partner Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Rainer Wallmann (Bündnis 90/Die Grünen) gewählt. Landrat Stefan Reuß (SPD) ist direkt gewählt). Die CDU stellt die zweitgrößte Fraktion. FWG, FDP und Die Linke sind die weiteren Kräfte.

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