45.000 Arbeitsplätze mehr, seit 2005

Werra-Meißner-Kreis hinkt Dynamik auf Arbeitsmarkt hinterher

Werra-Meißner. Noch nie hatten in Hessen so viele Menschen Arbeit. Das meldet die Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU).

Seit der Arbeitsmarktreform 2005 seien in Nordhessen 45.000 Jobs entstanden, woraus hessenweit ein Beschäftigungsrekord von rund 2,3 Millionen sozialversicherten Arbeitnehmern folgte, sagte Jürgen Kümpel, Geschäftsführer der VhU in Nordhessen. „Mit Beamten, Selbstständigen und Minijobbern arbeiten über 3,2 Millionen Hessen.“

Der Dynamik in der Region hinkt der Werra-Meißner-Kreis hinterher. Als einzige Region in Hessen gibt es hier im Vergleich zu 2005 weniger Erwerbstätige, die Zahl sank von 44.300 auf 42.000. Die Zahl sozialversicherter Arbeitnehmer stieg seit 2005 zwar um 588, bleibt aber hinter den Werten in der Nachbarschaft: Stadt Kassel (plus 15.020), Kreis Kassel (+ 6463), Schwalm-Eder (+ 4381) und Hersfeld-Rotenburg (+ 4083). Hessenweit haben nur die Stadt Offenbach (minus 525) und der Kreis Groß-Gerau (minus 936) schlechtere Werte.

Positiv wertet die VhU die Entwicklung der Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung ist im Werra-Meißner-Kreis seit 2005 um 3220 zurückgegangen. Die Gründe für die Entwicklung seien strukturell, sagt Kümpel. „Unternehmen und Bürger sind dringend auf den Lückenschluss der Lebensader Autobahn 44 angewiesen.“ Ohne A 44 führen weiter Autos und Lkw mit tausenden Tonnen Fracht durch Dörfer einer „ausblutenden Region“.

Kümpel spricht sich gegen einen gesetzlichen Mindestlohn aus und begründet das mit dem Beispiel Werra-Meißner, wo das mittlere Einkommen bei 2340 Euro liegt, in der Region Kassel bei 2870 Euro. Wer vor dem Hintergrund dieses Einkommensgefälles auf einen Mindestlohn von 8,50 Euro setze, nehme „einen Flurschaden insbesondere bei den Arbeitsplätzen mit einfacher Tätigkeit in Kauf“, sagte Kümpel. (clm)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare