Mieten im Werra-Meißner-Kreis um zehn Prozent gestiegen

So teuer ist Ihr Ort: Wo die Mieten in der Region am höchsten sind

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Die Mietpreise von Wohnungen in der Region sind in den vergangenen Jahren im Durchschnitt teils deutlich gestiegen. In unserer Übersicht erfahren Sie, wie teuer Ihr Ort ist.

Besonders im Rhein-Main Gebiet und im Ballungsraum Frankfurt müssen Wohnungsmieter tief in die Tasche greifen. Doch auch in Nordhessen und im südlichen Teil Niedersachsachsens sind die Mietpreise zwischen 2014 und 2018 teils stark angestiegen.

Das zeigt eine Auswertung von Daten des Immobiliendienstleisters empirica-systeme für unsere Zeitung. Uns liegen die durchschnittlichen Mietpreise pro Quadratmeter für 119 Gemeinden in Nordhessen und Südniedersachsen sowie die 23 Kasseler Stadtteile vor.

Die Quadratmeterpreise unterscheiden sich je nach Landkreis teils deutlich. Die höchsten Quadratmeterpreise für Wohnungsmieten verzeichnen in Südniedersachsen Stadt und Landkreis Göttingen. In der Stadt sind durchschnittlich 9,59 Euro pro Quadratmeter zu zahlen. In Nordhessen steht der Kasseler Stadtteil Wilhelmshöhe mit 8,65 Euro an der Spitze der Immobilienskala. In unserer interaktiven Karte können Sie herausfinden, wo die Mieten in Ihrer Umgebung am höchsten sind:

Eine Vollbild-Version dieser Karte für Farbenblinde finden Sie hier.

Mieten in Nordhessen und Südniedersachsen steigen fast überall

In den allermeisten Kommunen sind die Preise gestiegen; nur in vier Gemeinden ist der Quadratmeterpreis leicht gesunken, am stärksten in Schenklengsfeld im Landkreis Hersfeld-Rotenburg (2014: 4,81 Euro, 2018: 4,41 Euro). Das entspricht einer Senkung von gut acht Prozent. In Alheim, Frielendorf und Trendelburg sank der durchschnittliche Mietpreis um wenige Cent.

Am deutlichsten gestiegen sind die Quadratmeterpreise in Südniedersachsen in der Gemeinde Gleichen. 2014 lag der Quadratmeterpreis noch bei 5,08 Euro, heute liegt er bei 6,44 Euro, eine Steigerung von fast 27 Prozent. In Nordhessen sind die Preise am deutlichsten in Knüllwald (+34,19 Prozent) und in Ludwigsau (+32,80 Prozent) gestiegen.

Mieten im Werra-Meißner-Kreis: 4,95 Euro im Durchschnitt

Die Mieten im Werra-Meißner-Kreis sind in den vergangenen vier Jahren um durchschnittlich zehn Prozent gestiegen und liegen im Schnitt bei 4,95 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter. 

Einen der höchsten Anstiege gab es in der Gemeinde Neu-Eichenberg. Hier wurde der Quadratmeterpreis für Wohnungen im Durchschnitt um 19,5 Prozent erhöht und beträgt jetzt 5,80 Euro kalt. Er liegt damit noch höher als in der Kreisstadt Eschwege (5,04 Euro) oder in Bad Sooden-Allendorf (5,44 Euro). Die geringsten Mieten werden mit 4,16 Euro in Waldkappel verlangt.

Neu-Eichenbergs Bürgermeister Jens Wilhelm macht die verkehrsgünstige Lage für die steigenden Mietpreise in seiner Gemeinde aus. Die drittkleinste Kommune des Kreises liegt in der Nähe der Autobahn 38 und der Nord-Süd-Achse A 7 und verfügt über einen Bahn-Knotenpunkt. „Mit der Bahn ist man in zehn Minuten in der Uni-Stadt Göttingen und auch schnell in Kassel“, sagt Wilhelm. Die Einwohnerzahlen seien seit Jahren stabil.

Steigende Einwohnerzahlen verzeichnet Bad Sooden-Allendorf. Das nennt Bürgermeister Frank Hix auch als Grund für die Mietpreissteigerung um fast 19 Prozent. Studenten, Senioren und Familien mit Kindern ziehen in die Badestadt. Obwohl kontinuierlich neuer Wohnraum geschaffen werde, übersteige die Nachfrage das Angebot. Investoren seien immer willkommen. „Wir brauchen mehr Wohnraum“, sagt Hix. Auf dem Immobilienmarkt habe sich in den vergangenen Jahren aufgrund der niedrigen Zinsen viel getan, sagt Marc Semmel von der Sparkasse Werra-Meißner. Häuser wurden verkauft oder renoviert, anschließend höhere Mieten veranschlagt.

Lesen Sie dazu einen Kommentar von Tobias Stück: Trotz Mietpreissteigerung: Wohnen im Werra-Meißner-Kreis ist beliebt

So hoch sind die Mieten in den Kreisen und Bundesländern

In Hessen liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis bei 8,93 Euro. 2014 waren es noch 8,13, was einem Anstieg von 9,8 Prozent entspricht. In Niedersachsen liegt der Preis bei 6,92 Euro, 2014 betrug er 5,81, ein Preissprung von gut 19 Prozent.

So werden die durchschnittlichen Mietpreise berechnet

Die angegebenen Mietpreise speisen sich nach Angaben der empirica-systeme GmbH aus einer kontinuierlichen und flächendeckenden Erhebung von Inseraten privater, gewerblicher, öffentlicher und geförderter Immobilienmarktakteure. Berücksichtigt werden alle öffentlich verfügbaren Quellen in Internet- und Printmedien. In den Stichproben werden sowohl Angebote hochwertiger Neubauwohnungen als auch unsanierter Altbaubestände erfasst.

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