Gegen den Hessentrend

Werra-Meißner-Kreis verliert Einwohner

Während die Bevölkerungszahl in Hessen im ersten Halbjahr 2019 gestiegen ist, ging sie in Nordhessen zurück, am stärksten im Werra-Meißner-Kreis. 

Werra-Meißner – Während die Bevölkerungszahl in Hessen im ersten Halbjahr 2019 gestiegen ist, ging sie in unserer Region zurück – „Die stärkste Abnahme wies der Werra-Meißner-Kreis auf“, heißt es in einer Pressemitteilung des Hessischen Statistischen Landesamts, die kürzlich veröffentlicht wurde.

200 Menschen weniger

Danach sank die Bevölkerung um 0,2 Prozent beziehungsweise um 200 Personen auf 100 772 (Stand 30. Juni). Laut Landrat Stefan Reuß gab es allerdings zuletzt mehrere Jahre mit Bevölkerungszuwachs, der durch hohen Zuzug begründet war. „Im ersten Halbjahr 2019 konnte sich dieser Trend nicht fortsetzen.“ Das liege daran, dass es zwar mit 162 Einwohnern einen höheren Zuzug als Wegzug aus dem Kreis gab. Allerdings wurden deutlich weniger Kinder geboren, als Menschen im Kreis im ersten Halbjahr verstorben sind. Laut Reuß gab es 370 Lebendgeborene (332 Deutsche und 38 Nichtdeutsche). Denen gegenüber stehen jedoch 769 Verstorbene (752 Deutsche und 17 Nichtdeutsche) – also mehr als doppelt so viel Todesfälle denn Geburten.

Werra-Meißner-Kreis mit höchstem Durchschnittalter

„Das ist nicht ganz überraschend, da wir der Landkreis mit dem höchsten Durchschnittsalter in Hessen sind“, erklärt Reuß. Die Zuzüge in den Werra-Meißner-Kreis würden jedoch auch stagnieren, weil viele Entscheidungen für einen Zuzug mit Arbeitsplätzen und attraktivem Wohnraum zu tun hätten. „Es werden überall in Deutschland Arbeitskräfte gesucht, folglich sind die Wanderungsbewegungen junger Menschen nach wie vor auf die Metropolen ausgerichtet.“

Einige Kommunen verzeichnen auch Zuwachs

Trotz des Bevölkerungsrückgangs gab es leichte Zuwanderungen in Herleshausen, Hessisch Lichtenau, Ringgau, Wanfried und Sontra. Die beiden größten Städte, Eschwege und Witzenhausen, hingegen verloren die meisten Einwohner. Zieht es die Menschen wieder mehr ins Ländliche? Das lasse sich laut Reuß nicht pauschal beantworten. In den großen Kommunen könne aktuell nur bedingt der Anspruch nach attraktivem Wohnraum befriedigt werden. „Außerdem ist die Sterberate in Kommunen mit großen stationären Senioreneinrichtungen naturgemäß höher.“ 

Hintergrund: 

Im ersten Halbjahr 2019 stieg die Bevölkerungsanzahl in Hessen um 9900 Menschen auf 6,277 Millionen, heißt es in einer Mitteilung des Statistischen Landesamtes. Profiteur des Zuwachses ist vor allem der südhessische Raum. Der Regierungsbezirk Darmstadt etwa verzeichnete ein Plus von 10 000 Personen. Im Regierungsbezirk Gießen nahm die Bevölkerungszahl mit 300 noch geringfügig zu, während sie im Regierungsbezirk Kassel um 500 geringfügig abnahm.nde

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare