Gema streicht die Rabatte für Gemeinden

Eschwege / Witzenhausen. Mehr Aufwand und Kosten haben seit Monatsbeginn Organisatoren von Veranstaltungen, bei denen Musik gespielt wird, bei der Meldung an die Gema. Die Musikrechte-Verwaltungsgesellschaft hat eine Vereinbarung mit den hessischen Kommunen gekündigt. Bisher konnten Veranstaltungen zentral über die Gemeindeverwaltung gemeldet werden.

Die Kommunen nahmen der Gema einen Teil des Verwaltungsaufwandes ab. Im Gegenzug erhielten sie Preisnachlässe von 10 Prozent auf die Grundtarife und weitere 20 Prozent Nachlass über den hessischen Städte- und Gemeindebund, der Vertragspartner der Gema ist. Die Vereinbarung, die es so nur in Hessen und einigen Orten im Saarland und in Rheinland-Pfalz gegeben habe, sei ungerecht gegenüber anderen Gesamtvertragspartnern, erklärte Gema-Sprecherin Gaby Schilcher. Dadurch hätten Nichtmitglieder teilweise weniger bezahlt als Mitglieder. Durch das Internet sei es heute zudem einfacher, Veranstaltungen anzumelden. Weniger die Mehrarbeit, als vielmehr der Wegfall der zehn Prozent schmerzt die kleinen Veranstalter. „Es wäre ein Jammer, wenn es das nicht mehr gibt“, sagte Monika Walenta-Müller, bei der Stadt Hessisch Lichtenau für Kultur, Tourismus und Stadtmarketing zuständig und unter anderem der Kulturgemeinschaft beim Anmelden behilflich. Im kulturellen Bereich könne man kaum noch kostendeckend arbeiten, sagte Walenta-Müller. Wegen der Gema geriete man gerade bei Kleinkunst-Veranstaltungen schnell in die roten Zahlen. Insbesondere im ländlichen Raum könne man die Eintrittspreise nicht ins Unermessliche hochschrauben. Sie hat einen Alternativ-Vorschlag für die Gema: Den umgekehrten Weg gehen und die Sondervereinbarung auf die Gemeinden in allen Bundesländer ausdehnen.

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