Werben für die Wehr

Kreisfeuerwehrverband stellt auf Burg Ludwigstein neue Kampagne vor

Wirbt für die Feuerwehr: André Borghorst aus dem Herleshäuser Stadtteil Wommen.

Werra-Meißner. Sie heißen Stefan, André, Svenja und Annika und sie sind Feuerwehrleute aus dem Werra-Meißner-Kreis. Aber nicht nur das: Sie sind auch die neuen Werbegesichter, mit denen der Kreisfeuerwehrverband neue Mitglieder werben will.

Am Freitag wurde die Aktion auf der Jugendburg Ludwigstein vorgestellt. Mit Flyern, Postkarten, Aufstellern, Plakaten und einer Internet-Seite soll künftig kreisweit Werbung für den aktiven Dienst bei den Brandschützern gemacht werden.

Und zwar mit realen Menschen und ihren Beweggründen, sich in der Feuerwehr einzubringen. In kurzen, knackigen Aussagen präsentieren sie ihre Motivation, in der Feuerwehr zu sein. So heißt es zum Beispiel bei Stefan: „Seit 20 Jahren ist die Feuerwehr für mich ein spannendes Aufgabengebiet, das sich nicht nur technisch immer weiterentwickeln will.“

Nur noch 2759 Aktive

Der Grund für die Kampagne? Hier hat Verbandsvorsitzender Hans-Heinz Staude bei der Präsentation Zahlen für sich sprechen lassen. In den vergangenen zehn bis 15 Jahren ist die Zahl der Einsatzkräfte von etwa 3100 auf 2759 (Stand Ende 2016) zurückgegangen. „Daher hat die Gewinnung weiterer Mitglieder für den Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes Priorität“, betonte Staude. Mit der Feuerwehragentur aus Gießen wurden Ziele erarbeitet und gleichzeitig für fast jede Gemeinde des Kreises Fachberater für Bevölkerungsinformation und Medienarbeit fortgebildet. Rund 25 000 Euro kostet die Kampagne.

„Ich finde es gut, dass der Feuerwehrverband selbst sagt: Wir werben um Mitglieder“, betonte Landrat Stefan Reuß. Immerhin hätten die Brandschützer sich auch zurücklehnen und die Lösung des Problems den zuständigen Behörden überlassen können.

Der Grundsatz „Gott zur Ehr – Dem Nächsten zur Wehr“ sei zwar ehrenhaft, ziehe aber heutzutage keine neuen aktiven Feuerwehrkameraden mehr an, betonte Martin Lutz von der Feuerwehragentur. Man habe zeigen wollen „Feuerwehr ist eines der geilsten Hobbys der Welt“.

ine neue Kampagne für den Kreis: (vorne von links) Feuerwehrverbandsvorsitzender Hans Heinz Staude, Fachberaterin Jaqueline Felmeden, Kreisbrandinspektor Christian Sasse und Martin Lutz, Geschäftsführer der Feuerwehragentur präsentieren den ersten Teil der Werbematerialien. Fotos: Demmer

Daher seien Fotos von Menschen mit ihrer Geschichte auf die Plakate gedruckt worden. Wichtig sei nun, so Lutz, dass es in den Kommunen weitergehe. „Der Kreis hat die Rahmenbedingungen gesetzt“, die Feuerwehr sei jedoch auf Empfehlungsmarketing angewiesen. Daher komme es jetzt darauf an, dass in den Gemeinden mit dem Material aktiv Werbung gemacht werde – und das in drei Phasen. Während der jetzt gestarteten soll der Feuerwehr ein Gesicht gegeben werden. Ab Oktober geht es um das Thema „Du kannst es auch“ und Ende des Jahres steht die Aufforderung „Nun aber los in die Feuerwehr“ im Vordergrund, so Lutz. Danach werde man analysieren, „welche Kommunen es am besten gerockt haben“.

• Weitere Informationen gibt es im Internet unter
www.feuerwehr-wmk.de

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