Kreistag Werra-Meißner

Werra-Meißner: Landarztstipendien als Baustein gegen den Ärztemangel

Ein Arzt hält ein Stethoskop in der Hand. (zu dpa: "Arzt verweigert Maske - Staatsanwaltschaft ermittelt") Foto: picture alliance / Patrick Seeger/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Ein Arzt hält ein Stethoskop in der Hand. (Symbolfoto)

CDU und FWG wollen nichts unversucht lassen: Beim Kreistag waren am Freitag auch der Ärztemangel im Werra-Meißner-Kreis sowie der Amphibienschutz Thema.

Werra-Meißner – In der Sitzung des Kreistages im Werra-Meißner-Kreis am Freitag waren unter anderem der Ärztemangel und der Amphibienschutz Thema:

Landarztstipendien

Zurück in den Gesundheitsausschuss geht es für einen Antrag der CDU. Der wurde bereits im März 2017 gestellt und sieht Stipendien für angehende Mediziner vor, um sie so für das spätere Praktizieren als Hausarzt im Werra-Meißner-Kreis zu gewinnen.

Erst kürzlich hatte sich der Ausschuss mit dem Tagespunkt beschäftigt: Die Mitglieder wurden von einer Vertreterin des Vogelsbergkreises, der das Landarztstipendium bereits anbietet, über den aktuellen Stand und die Erfahrung mit dem Programm informiert.

Im Gesundheitsausschuss einigten sich die Mitglieder schließlich darauf, dem Kreistag zu empfehlen, mit der Umsetzung im Werra-Meißner-Kreis erst mal abzuwarten, da das Land Hessen ebenfalls mit einer Initiative gegen den Ärztemangel auf dem Land vorgehen wolle. Das teilte die stellvertretende Vorsitzende Corinna Bartholomäus mit.

Stefan Schneider (CDU) sprach sich für eine möglichst schnelle Umsetzung aus – zum Wintersemester 2021/22. „Das Landarztstipendium ist ein guter Baustein, um den Ärztemangel anzugehen.“ Zudem sei das finanzielle Risiko tragbar. Denn wer doch nicht als Hausarzt im Kreis praktizieren wolle, der müsse das Geld zurückzahlen. Waldemar Rescher (FWG) sprach sich dafür aus und forderte, „nichts unversucht zu lassen“. Zwar zeigten sich Karl Jeanrond (SPD), Corinna Bartholomäus (Bündnis 90/Die Grünen) und Ekkehard Götting (FDP) dem Stipendium-Programm nicht abgeneigt.

Allerdings wollen sie auch erst mal abwarten. „Uns bleibt noch Zeit“, sind sich die Vertreter der drei Kreistagsfraktionen einig.

Amphibienschutz

Ein Antrag der Partei Die Linke hatte sich zum Teil bereits erledigt. Sie forderten nämlich die Sperrung der L 3400 zwischen Friedrichsbrück und Helsa für den Schwerlastverkehr über zwölf Tonnen, da die Strecke als Ausweichroute zur mautpflichtigen B 7 von Lkw-Fahrern genutzt werde und die schmale, kurvige Straße nicht selten verstopft sei. Die Sperrung für den Schwerlastverkehr sei bereits erledigt, teilte Landrat Stefan Reuß mit.

Nun wandert aber der zweite Teil des Antrags auf die Agenda des Umweltausschusses. Denn eine zeitweise Vollsperrung der Straße in den Abend- und Nachtstunden sei für den Amphibienschutz notwendig, so Andreas Heine (Die Linke). Beobachtungen aus den vergangenen Jahren, die der oberen Naturschutzbehörde vorlägen, zeigten, dass speziell in den kommenden Monaten zahlreiche Amphibien die Straße querten.

Kreisbeigeordnete

Die CDU-Politikerin Angelika Knapp-Lohkemper (CDU) wurde am Freitag in der Sitzung als neue ehrenamtliche Kreisbeigeordnete eingeführt und verpflichtet. Sie folgte auf den verstorbenenen Friedrich Arnoldt. Den Platz von Knapp-Lohkemper im Kreistag nahm Maria-Henrietta von Stryk aus Wanfried ein.  (mai)

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