Rund 500 Euro Brutto weniger im Monat

Werra-Meißner: Lehrer an Grundschulen fordern das gleiche Gehalt wie Kollegen

ARCHIV - 17.08.2016, Niedersachsen, Hannover: Eine Lehrerin schreibt an eine Schultafel im Mathematikunterricht einer 8. Klasse und blickt dabei auf einen Tablet-Computer iPad. Die Koalition hat sich mit FDP und Grünen im Bundestag auf einen Kompromiss zur geplanten Grundgesetzänderung unter anderem für die Digitalisierung von Deutschlands Schulen geeinigt. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
+

Werra-Meißner. Grundschullehrer sollen genauso bezahlt werden wie die Pädagogen an Haupt- und Realschulen. Das fordern die Kreisverbände Witzenhausen und Eschwege der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

In Hessen liegt das Einstiegsgehalt von Grundschullehrern bei der Besoldungsstufe A 12. Haupt- und Realschullehrer bekommen A 13, das ist ein Unterschied von Brutto rund 3199 Euro zu rund 3723 Euro (Stand 2017).

Die Studiendauer hingegen sei für beide Schulformen gleich lang, wird in der Pressemitteilung kritisiert. Andere Bundesländer wie Berlin und Brandenburg hätten bereits A 13 als Einstiegsgehalt für Grundschullehrer eingeführt, erklärt Johannes Batton, Vorsitzender des GEW-Kreisverbands Witzenhausen. Sachsen folge im kommenden Jahr, in Thüringen und Nordrhein-Westfalen sei ebenfalls eine Erhöhung geplant.

Lesen Sie auch: Gehalt: Wie viel verdienen Lehrer in Deutschland?

Gegenwärtig gibt es von Seiten der hessischen Landesregierung keine Pläne, die Besoldung der Grundschullehrer – außer bei Schulleitern – auf A 13 anzuheben, erklärt dazu Philipp Bender, stellvertretender Pressesprecher des hessischen Kultusministeriums auf Anfrage unserer Zeitung. Eine Änderung dieser Praxis liege bei der künftigen Landesregierung.

Eine grundsätzlich höhere Bezahlung von Grundschullehrer sei außerdem eine Frage der unterschiedlichen Studiendauer zwischen Lehrern an Grundschulen und an Gymnasien, letztere haben ein längeres Studium und als Einstiegsgehalt A 13. Wenn die Bezahlung für Grundschullehrer angehoben werde, müsse auch über eine Anpassung der Studiendauer nachgedacht werden, so Bender.

Wenn die Gehälter der Grundschullehrer auf A 13 angehoben würden, ist laut Kultusministerium mit einer Kostensteigerung von rund 70 Millionen Euro im Jahr zu rechnen. 

Lesen Sie auch: Werra-Meißner: Grundschullehrer werden dringend gesucht

Im Werra-Meißner-Kreis sind 230 Lehrer betroffen

Im Werra-Meißner-Kreis gibt es nach aktuellem Stand 230 Grundschullehrer, teilt das Staatliche Schulamt in Bebra auf Nachfrage mit. Insgesamt gibt es laut Hessischem Kulturministerium 15.512 Grundschullehrer in ganz Hessen. Dazu kommen noch im Kreis 21 Lehrer an integrierten Grund-, Haupt- und Realschulen, hessenweit sind es hier 5245. 

Demgegenüber stehen kreisweit 64 Lehrer an Gymnasien und 369 an Gesamtschulen – in Hessen sind es 9230 Gymnasiallehrer und 13.744 Gesamtschullehrer. Die Entlohnung von beamteten Lehrern fällt generell in die verschiedenen Besoldungsordnungen der einzelnen Bundesländer – daher gibt es in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Varianten bei der Eingruppierung unter anderem von Grundschullehrern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare