Zugezogene und Alteingesessene in Kontakt bringen

Werra-Meißner: Markt der Möglichkeiten erstmals von zu Hause aus

Das Organisationsteam vom Markt der Möglichkeiten präsentiert die Plakate für das Jahr 2020. Von links Kathrin Beyer, Christina Britsch, Julia Kapinus und Christina Gliemroth.
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Haben den Markt der Möglichkeiten fest in der Hand: Das Organisationsteam, (von links) Kathrin Beyer, Christina Britsch, Julia Kapinus und Christina Gliemroth, hat Pappvorlagen in Übergröße für alle Kunstwilligen vorbereitet.

Nicht einmal einen Quadratmeter groß ist der fünfte Markt der Möglichkeiten in diesem Jahr, dafür kann ihn jeder mit nach Hause nehmen.

Die Initiative, die in diesem Jahr unter dem Motto „Vielfalt leben“ stattfindet, hat sich die Begegnung von zugezogenen und alteingesessenen Menschen jeder Nationalität, die im Werra-Meißner-Kreis wohnen, zur Aufgabe gemacht. Die Idee, viele kleine Teilmärkte zu schaffen, die ab dem 20. September während der interkulturellen Wochen, gezeigt werden entstand aus einer Notsituation heraus.

„Damals hatten wir ursprünglich einen Projekttag mit Vereinen geplant, der dann wegen der Corona- Krise nicht stattfinden konnte “, erklärt Mitorganisatorin Kathrin Beyer. Aus den Abstandsregeln heraus entschied das Team in diesem Jahr deshalb, kleine, private Projekte anzustoßen und diese erst ganz zum Schluss zusammenzubringen.

Während in den vergangenen Jahren jedoch Jobberatung und Basteltreffen in den Städten des Werra-Meißner-Kreis vor Ort stattfanden, ist in diesem Jahr alles anders. Der Markt der Möglichkeiten, der eigentlich in Eschwege gemeinsam begangen werden sollte, muss nun in kleinen Gruppen bei den Mitgliedern zuhause stattfinden.

Das Material für die kleinen Märkte – eine Pappvorlage – erhalten die Teilnehmer ab sofort in allen öffentlichen Einrichtungen der Gemeinden.

„Wir möchten mit diesem Projekt die Wünsche, Gefühle und Forderungen der Menschen aus dem Werra-Meißner-Kreis zeigen“, erklärt Mitorganisatorin Kathrin Beyer von der Evangelischen Familienbildungsstätte. Wie die Teilnehmer ihre Gedanken ausdrücken, ist jedem selbst überlassen. Einzig die Größe des Pappkartons setzt den Teilnehmern des ersten Mitmach-Marktes Grenzen. Kathrin Beyer und ihr Team rechnen mit bis zu 250 Projektideen. Rund 500 Pappvorlagen haben die Organisatoren aber sicherheitshalber in petto. „Bei Bedarf können wir auch noch einige weitere herausgeben“, erklärt Kathrin Beyer.

Doch die Planungsphase stellte die Organisatoren noch vor eine weitere Herausforderung: „Wir wollten die Projektarbeit nicht nur digital anbieten und die zwischenmenschlichen Kontakte trotzdem im erlaubten Rahmen erhalten“, erklärt Teammitglied Christina Gliemroth, zuständig für den Fachbereich Familie und Soziales bei der Stadt Eschwege.

In Heimarbeit sollen dann die vielen Kunstwerke entstehen. „Gruppen ab zwei Personen jeden Alters können sich zusammensetzen und zeichnen, 3-D-modellieren oder auf der Pappe Türme bauen“, sagt Teammitglied Julia Kapinus und muss lachen.

Außer der eigenen Kreativität wird auch die Motivationsfähigkeit der Teilnehmer auf die Probe gestellt. Denn wer einmal im Kunstrausch ist, kann auch andere herausfordern.

„Die Idee ist, den Nachbarn, der Singen mit Kindern veranstaltet, Senioren-Lesetreffen oder sonstige Gruppen zum Mitmachen und somit zum Ausdruck ihrer Gefühle zu bewegen“, erklärt Kathrin Beyer das Kreativprojekt.

Die Rückendeckung der Gemeinden aus dem Kreisgebiet hat das Projekt schon sicher, die Reaktionen auf die Mitmachaktion seinen durchweg positiv, so Beyer.

Auch finanzielle Unterstützung hat die Initiative schon erhalten. Die 500 Pappplakate wurden von der Firma Persiehl aus Wanfried gespendet. Weitere Informationen und die Ausgabestellen der Mitmachplakate gibt es hier im Internet.

Von Kim Hornickel

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