Ärztemangel

Werra-Meißner: Der Medibus soll auch im ersten Quartal 2021 noch eingesetzt werden

Ärztemangel in den Kreisen Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg: Die fünf betroffenen Gemeinden setzten sich in der Vergangenheit immer wieder für den Erhalt des Medibusses ein. Von links Thomas Mäurer (Weißenborn), Ralf Hilmes (Nentershausen), Lars Böckmann (Herleshausen), Alfred Knoch (Cornberg, Erster Beigeordneter), Thomas Eckhardt (Sontra).
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Ärztemangel in den Kreisen Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg: Die fünf betroffenen Gemeinden setzten sich in der Vergangenheit immer wieder für den Erhalt des Medibusses ein. Von links Thomas Mäurer (Weißenborn), Ralf Hilmes (Nentershausen), Lars Böckmann (Herleshausen), Alfred Knoch (Cornberg, Erster Beigeordneter), Thomas Eckhardt (Sontra).

Der Medibus fährt auch im kommenden Jahr – zumindest bis eine geeignete Alternative oder die offenen Hausarztstellen in dem von ihm angesteuerten Bereich besetzt sind.

Werra-Meißner – Das erklärte Dr. Eckhard Starke, Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KV), in den Tagesthemen in der vergangenen Woche. Landrat Stefan Reuß bestätigte das am Freitag in der Kreistagssitzung des Werra-Meißner-Kreises. Es hätte ein Gespräch mit der KV stattgefunden. Das Konzept solle bis ins erste Quartal 2021 bleiben, sagte Reuß.

Es solle zudem versucht werden, den Medibus mit hiesigen Ärzten zu besetzen. Erst kurz zuvor hatte Starke vor der Kamera gesagt: „Persönlich gehe ich davon aus, dass es über den 31. Dezember 2020 weitergeht, weil wir gerade jetzt auch nach einem Alternativmodell suchen. Wir können den Bus nicht einstellen, ohne Alternativen zu haben.“

Erleichterung zeigte sich nicht nur im Kreistag des Werra-Meißner-Kreises, sondern auch bei den Bürgermeistern der betroffenen Kommunen in den Kreisen Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg. Die fünf Bürgermeister aus Sontra, Weißenborn, Herleshausen, Cornberg und Nentershausen, die bei der ärztlichen Versorgung auf die mobile Arztpraxis angewiesen sind, erklären den „Kampf um den Medibus“ in einer gemeinsamen Pressemitteilung als „gewonnen“.

Bislang gibt es aber auch kein schriftliches Versprechen der KV Hessen, teilen die Bürgermeister mit. Deshalb wollen sie sich auch nicht auf der Aussage von Starke ausruhen. „Die Herausforderung der Zukunft in unserer ländlichen Region ist es, die Gesundheitsversorgung und damit einhergehend eine hohe Lebensqualität zu sichern“, sagt Thomas Eckhardt, Bürgermeister der Stadt Sontra.

Medibus: Verantwortung übernehmen und nichts zum Zufall überlassen

Mit einem beschlussfähigen Konzept zur Gesundheitsversorgung wolle man nichts dem Zufall überlassen und Verantwortung übernehmen. Grundlage dieses Konzepts sollen das interkommunale Gesundheitsversorgungszentrum (iGVZ) in Sontra, Satelliten-Praxen in den einzelnen Ortschaften und natürlich der Medibus sein.

Bei einer Infoveranstaltung der Kreise Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner Ende November mit Verantwortlichen aus Politik, Ministerium und Gesundheit solle das Konzept eingebracht werden. Planungssicherheit werde benötigt – für die Kommunen, die Patienten und zur Entlastung der niedergelassenen Hausärzte, erklären auch die beiden Bürgermeister Thomas Mäurer (Weißenborn) und Lars Böckmann (Herleshausen).

Die Mitglieder des Kreistags im Werra-Meißner-Kreis beschäftigten sich in der Sitzung am vergangenen Freitag ebenfalls mit dem Medibus. Beschlossen wurde einstimmig, dass sich der Kreistag für die hausärztliche Versorgung und die Weiterfinanzierung des Medibusses im Kreis einsetzen will. So solle laut Beschluss die KV dazu aufgefordert werden, Gespräche mit den Kreisen Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg sowie den betroffenen Kommunen aufzunehmen, um den Medibus mit Unterstützung des Landes Hessen weiterzuführen. Parallel dazu sollten aber auch langfristige Alternativen zum Medibus vorgelegt werden.

Der Antrag wurde von den Kreistagsfraktionen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP eingebracht. Auch die FWG sprach sich dafür aus und wurde aufgenommen. Der Ärztemangel müsse wirkungsvoll angegangen werden, sagte Andreas Hölzel von der FWG. Der Medibus helfe zwar, sei aber nur als Strohhalm anzusehen. (Von Hanna Maiterth)

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