Neuregelung für Saisonarbeiter: Den Job im Winter behalten

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Werra-Meißner. Derweil der Winter die Region durch Schnee und Kälte im Griff hat, ruhen etliche Baustellen. Doch die Männer und Frauen, die dort sonst schaffen, mussten diesmal nicht aufs Arbeitsamt, um sich saisonbedingt arbeitslos zu melden.

Eine gesetzliche Neuregelung macht es möglich. Die Anzeigepflicht von Arbeitsausfall ist nun vollständig entfallen. Für den Bezug des Saison-Kurzarbeitergeldes (Saison-Kug), egal durch welchen Ausfall verursacht, müssen künftig nur noch die entsprechenden Abrechnungsunterlagen eingereicht werden, teilt Silke Sennhenn von der Agentur für Arbeit Kassel mit. 

Damit sei für Betriebe des Baugewerbes, des Dachdeckerhandwerks und des Garten- und Landschaftsbaus eine spürbare Erleichterung geschaffen worden, sagt die Sprecherin. Bislang mussten die Unternehmen bei wirtschaftlich bedingten Arbeitsausfällen wie Auftragsmangel eine Anzeige über den Beginn des Ausfalles bei der Agentur für Arbeit stellen. Nur wenn der Arbeitsausfall auf der Witterung beruhte, war dies nicht notwendig. Nun muss die Behörde nur noch nachträglich informiert werden, wenn Aufträge wegen des Winterwetters nicht mehr erledigt werden konnten.

 Die Industriegewerkschaft Bau begrüßt den Abbau der Bürokratie. „Die neue Regelung erspart den Betrieben einiges an Schreibarbeit“, sagt Klaus Michalak. Zugleich erwartet der Bezirksvorsitzende der IG Bau Nordhessen nun von den 110 Baubetrieben im Werra-Meißner-Kreis, dass sie keine Mitarbeiter mehr saisonbedingt entlassen. Im vergangenen vergleichsweise milden Winter meldeten sich nach Angaben der Arbeitsagentur im Werra-Meißner-Kreis noch 139 Beschäftigte der Baubranche arbeitslos. Das Saison-Kug erlaubt das Weiterbeschäftigen von Maurern und Dachdeckern. Sie erhalten von der Arbeitsagentur dann ein Ausfallgeld von bis zu 67 Prozent des Nettolohnes.

Was die Betriebe im Werra-Meißner-Kreis zu der Neuregelung sagen, lesen Sie in der gedruckten Montagsausgabe der Werra-Rundschau.

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