Werra-Meißner: Nur jeder dritte Vater nimmt Elternzeit

Werra-Meißner. Vor zehn Jahren wurde das neue Elterngeld eingeführt, das Eltern die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen soll. Vor allem Väter sollten animiert werden in Elternzeit zu gehen - mit mäßigem Erfolg im Werra-Meißner-Kreis.

2007 ist in Deutschland das Elterngeld eingeführt worden, um berufstätigen Müttern und Vätern die Zeit und Möglichkeit zu geben, sich um die Kinder zu kümmern. Zwar gehen heute wesentlich mehr Männer in Elternzeit als noch vor zehn Jahren, allerdings haben im Werra-Meißner-Kreis bisher nur 223 Väter, deren Kinder 2014 geboren wurden, Elterngeld bezogen. Das geht aus einer aktuellen Studie der IKK classic hervor.

Gemessen an der Zahl aller geborenen Kindern liegt der Anteil der Väter in Elterzeit bei 30,9 Prozent. Die Väterbeteiligung im Werra-Meißner-Kreis liegt damit unter dem hessischen Schnitt von 32,5 Prozent. Demnach geht nur jeder dritte Vater in Elternzeit. Durchschnittlich beziehen Väter aus dem Kreis 3,4 Monate lang Elterngeld, wie die aktuelle Elterngeldstatistik des Statistischen Bundesamtes zeigt.

Immer noch ist die Dauer der Elternzeit zwischen den Geschlechtern also ungleich verteilt. Ebenso die Höhe des Elterngeldes. Dieses richtet sich nach der Höhe des Nettoeinkommens des betreuenden Elternteiles und ersetzt 65 Prozent des monatlichen Einkommens. Im Werra-Meißner-Kreis liegt das väterliche Elterngeld durchschnittlich bei 1051 Euro. Das der Mütter beträgt 651 Euro – da viele Frauen schon vor der Geburt in Teilzeit arbeiten. Die Zahl der Väter in Teilzeit beträgt gerade einmal bei 5,8 Prozent.

Dennoch sieht Monika Winkelbach, Leiterin der städtischen Kitas Witzenhausen, zum Beispiel im Kindergartenalltag der Kinder und ihrer Väter eine positive Entwicklung: Informationstermine vor der Aufnahme in die Kita und Einrichtungsbesichtigungen werden immer öfter von Vater und Mutter besucht. „Besonders gut besucht sind die ersten Krippen– und Kindergarten-Elternabende, bei denen oft beide Elternteile dabei sind“, erzählt Winkelbach. „Es ist für die jungen Väter wichtig geworden, wohin ihr Kind geht und wer es betreuen wird.“ 

Von Melanie Triesch

Rubriklistenbild: © dpa

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