Hebammenmangel ist hier noch nicht angekommen

Schwangere im Kreis sind noch gut versorgt

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Werra-Meißner. Volle Kreißsäle und Schwangere, die keine Hebamme für Geburtsvorbereitung und Nachsorge finden: Diese Themen werden in den vergangenen Monaten immer wieder von Berufsverbänden der Geburtshelferinnen angesprochen.

Momentan ist der Deutsche Hebammenverband in der Republik auf Tour, um auf die Probleme ihres Berufsstandes aufmerksam zu machen. Probleme, die es im Werra-Meißner-Kreis allerdings nicht gibt. Hier ist die Versorgung noch gewährleistet, berichten heimische Hebammen.

„Unser Bestreben ist eine gute Versorgung“, sagt Bettina Sawosch im Namen der sieben Eschweger Beleghebammen des Klinikums Werra-Meißner. Wenn sich die Schwangeren und Wöchnerinnen um eine Hebamme bemühten, würden sie diese auch finden. Die meisten Frauen meldeten sich früh in der Schwangerschaft, um sich die Versorgung durch eine Hebamme zu sichern. Dabei geben die Hebammen unter anderem auch Telefonnummern von Kolleginnen weiter, die wohnortnäher zu den Schwangeren sind.

Das Problem des Hebammenmangels sei in Städten vorhanden, so Sawosch, bereits Kassel sei hier „dünn besiedelt“. Im Kreis dünner besetzt seien die Hebammen nur zu Feiertagen und während der Ferien. Zudem haben sie durch die Flüchtlinge bei Geburten einspringen müssen.

Zehn bis 20 Frauen betreut jede der freiberuflich arbeitenden Hebammen pro Woche, erklärt Sawosch. Weggefallen seien ihres Wissens nach Hausgeburten. Gab es hierfür bis vor einigen Jahren noch eine Hebamme im Kreis, so ist dieses Angebot mit gestiegenen Versicherungskosten weggefallen. Frauen, die zuhause entbinden möchten, müssen die Hebamme „gut und lange suchen“, so Sawosch. (nde)

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