Werra-Meißner: Unfallfluchten sind ein großes Problem

Verkehrsstatistik 2017: 2290 Unfälle mit einem volkswirtschaftlichen Schaden von 35 Millionen Euro

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Zu 2290 Unfällen rückten die Einsatzkräfte im Jahr 2017 aus: Ein Unfallschwerpunkt im Kreisgebiet ist die Umgehungsstraße von Frieda - wo dieser Unfall im November 2017 mit mehreren Verletzten passiert ist.

Werra-Meißner. 2290 Verkehrsunfälle haben Polizeibeamte im Gebiet der Polizeidirektion Werra-Meißner im vergangenen Jahr aufgenommen – mit einem volkswirtschaftlichen Gesamtschaden von rund 35 Millionen Euro.

Wie Polizeihauptkommissar Frank Grubbe, stellvertretender Leiter der regionalen Verkehrsdirektion, vorrechnet.

Zum volkswirtschaftlichen Gesamtschaden zählen neben dem tatsächlichen Sachschaden, der bei allen aufgenommen Unfällen 2017 bei rund 5,6 Millionen Euro lag, auch Arbeitsausfälle, Hinterbliebenenversorgung, die Kosten des Rettungseinsatzes und vieles mehr. „Das scheint der Preis der Mobilität zu sein“, sagt Polizeidirektor Thomas Beck. Wie im Vorjahr gab es im Kreis auch 2017 vier Unfalltote zu beklagen.

Sorgenkinder sind aus Sicht der Polizeidirektion Werra-Meißner vor allem die Wildunfälle – hier gab es von 2016 auf 2017 eine Zunahme um 77 Unfälle auf 704 – und die Unfallfluchten. „Unfallfluchten sind ein echtes Problem und eine Straftat“, betont Grubbe. Insgesamt 542 Fälle wurden diesbezüglich 2017 zur Anzeige gebracht, im Vorjahr waren es 494.

Präsentierten das Zahlenwerk des Verkehrsberichtes: (von links) Polizeihauptkommissar Frank Grubbe, stellvertretender Leiter der regionalen Verkehrsdirektion, und Polizeidirektor Thomas Beck.

Erfreulich hier sei laut Beck und Grubbe die hohe Aufklärungsquote, die im vergangenem Jahr bei 37,6 Prozent (204 Fälle) lag. „Offensichtlich achten die Menschen im ländlichen Raum noch mehr auf das Eigentum anderer“, sagt Beck und betont: „Ohne die vielen Zeugenhinweise hätten wir diese gute Quote nicht geschafft.“

Eine weitere erfreuliche Meldung: Die Anzahl der Unfälle unter Drogen- und Alkoholeinfluss geht kontinuierlich zurück: Lag die Zahl der Unfälle mit berauschten Fahrern im Jahr 2013 noch bei 76, wurden im vergangenen Jahr noch 52 Fahrer erwischt. „Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, die wir mit weiteren Kontrollen in diesem Bereich noch weiter vorantreiben wollen“, sagt Beck. 

Alle vier Stunden ein Unfall

Statistisch wurde im vergangenen Jahr im Werra-Meißner-Kreis rund alle vier Stunden ein Verkehrsunfall aufgenommen, alle zwölfeinhalb Stunden ein Wildunfall, alle 16 Stunden beging ein Unfallbeteiligter Unfallflucht, alle rund 23 Stunden wurde ein Mensch leicht oder schwer verletzt, alle viereinhalb Tage wurde ein Fahrzeugführer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss bei Verkehrskontrollen aus dem Verkehr gezogen, alle sieben Tage wurde ein Verkehrsunfall unter Alkohol- oder Drogeneinfluss verursacht und alle 91 Tage starb ein Mensch auf den Straßen des Werra-Meißner-Kreises. So fasste Polizeihauptkommissar Frank Grubbe, stellvertretender Leiter des regionalen Verkehrsdienstes, die Einsätze der Beamten im Straßenverkehr im Jahr 2017 zusammen. Mit dabei einige erfreuliche Zahlen – wie der Rückgang berauschter Fahrer – aber auch einige unerfreuliche wie die Zunahme der Unfallfluchten. 

Interessante Zahlen des Verkehrsberichtes

3 Unfälle mit Toten gab es 2017. Das ist zwar ein tödlicher Unfall weniger als 2016, aber mit demselben traurigen Ergebnis von vier Unfalltoten.

19 Kinder saßen im vergangenen Jahr mit in einem Unfallwagen. Damit waren vier Kinder weniger in Unfälle involviert als noch im Vorjahr.

52 Unfälle mit berauschten Fahrern und insgesamt 14 verletzten Personen gab es im vergangenen Jahr. Dabei scheint Alkohol eine größere Rolle zu spielen: So wurde bei 50 Unfallfahrern Alkoholeinfluss sowie bei einem Drogenkonsum und einem Fahrer beides festgestellt. Insgesamt ist die Anzahl der Unfälle mit Fahrern unter Drogen- und Alkoholeinfluss rückläufig. Im Jahr 2013 verursachten noch 76 berauschte Fahrer Unfälle im Kreis, bei denen insgesamt 33 Personen verletzt wurden und eine Person ums Leben kam.

279 Unfälle mit verletzten Insassen gab es im vergangenen Jahr. Im Jahr 2016 gab es noch 301 Unfälle mit Verletzten. Die Anzahl der Leichtverletzten darunter ist im Vergleich zum Vorjahr leicht von 305 auf 277 zurückgegangen, während die Anzahl der Schwerverletzten leicht von 102 auf 109 gestiegen ist.

704 Wildunfälle im Kreis registrierte die Polizei im Jahr 2017. Das waren 77 Wildunfälle mehr als noch im Jahr 2016. Besonders häufig kollidierten die Fahrzeuge übrigens mit Rehwild. Das war im Jahr 2017 bei 420 Wildunfällen der Fall.

2008 – bei dieser Anzahl der Unfälle haben die Beamten im Jahr 2017 einen Sachschaden an den beteiligten Fahrzeugen festgestellt. Im Vorjahr waren es 1886 Fahrzeuge, an denen auch ein Schaden entstanden war. Insgesamt allerdings ist die Höhe der Sachschäden von rund 6,2 Millionen Euro (2016) auf rund 5,9 Millionen Euro zurückgegangen. Eine Begründung dafür hatte Polizeidirektor Thomas Beck nicht, ein Zusammenhang mit der Zunahme an Wildunfällen liege aber nahe. „Bei Wildunfällen sind die Schäden meistens nicht so hoch“, sagt Beck. Insgesamt errechnete die Polizei einen volkswirtschaftlichen Gesamtschaden aller Unfälle im Kreis von rund 35 Millionen Euro.

2290 Unfälle wurden 2017 insgesamt von den Beamten der vier Polizeidienststellen – Eschwege, Witzenhausen, Hessisch Lichtenau und Sontra – aufgenommen. Insgesamt ist die Anzahl der Unfälle rückläufig. Im Jahr 2007 waren die Beamten noch bei 2360 Unfällen im Einsatz. Im Jahr 2014 gab es sogar 2423 Unfälle und im Jahr 2014 gab es mit 2145 Unfälle einen Tiefstand im Vergleich der vergangenen zehn Jahre.

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