Lohngefälle liegt deutlich über dem hessischen Schnitt

Werra-Meißner: Männer verdienen 556 Euro mehr als Frauen

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Werra-Meißner. 556 Euro – diese Summe verdienen Frauen, die im Werra-Meißner-Kreis Vollzeit arbeiten, durchschnittlich brutto weniger als Männer in vergleichbaren Berufen.

Das geht aus dem Lohnatlas hervor, den das hessische Ministerium für Soziales und Integration kürzlich für das Jahr 2015 vorgestellt hat.

Insgesamt sind es laut dem Lohnatlas 6179 Frauen, die im Kreis Vollzeit arbeiten. Das sind 39,7 Prozent aller weiblichen Arbeitnehmer, die sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Bei ihnen beträgt die Lohnlücke zu den Männern 18,5 Prozent und liegt damit deutlich über dem hessischen Durchschnitt von 14,1 Prozent. Eine kleine Verbesserung gibt es allerdings: Die Lohnlücke lag drei Jahre vorher um noch einmal 1,9 Prozent höher.

Bei Frauen mit Berufsabschluss klafft die Lohnlücke noch etwas weiter auseinander. Hier verdienen Frauen im Kreis sogar 18,8 Prozent weniger als Männer, während es im Landesdurchschnitt gerade einmal 13,7 Prozent sind. In Gehalt sind das durchschnittlich 3015 Euro monatlich brutto für Männer und 2449 Euro für Frauen. Damit liegen jedoch beide Geschlechter weit hinter dem hessischen Durchschnitt. Auf das ganze Land gerechnet bekommen Männer 3351 Euro brutto und Frauen sogar 2893 Euro, also mehrere hundert Euro mehr. Laut Thekla Rotermund-Capar, der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises, liegt das an Strukturen, die sich aus der Zeit der deutschen Teilung ergeben haben. Die Gegend sei geprägt von kleinen und mittelständischen Unternehmen mit entsprechendem Lohnniveau. Allerdings werde Fachkräftemangel auch Thema im Kreis.

Auch bei der Anzahl der Frauen in Vollzeit herrscht im Kreis Nachholbedarf. Sind es hier nur 27,1 Prozent der Arbeitnehmerinnen mit Berufsabschluss, so arbeiten hessenweit 33,6 Prozent in Vollzeit.

Von Nicole Demmer

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