Finanzielle Belastung sei hoch und Sicherheit nicht ausreichend

Werra-Meißner: Wehren kritisieren Tunnelkonzept zu A 44

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Werra-Meißner. Die sieben Anrainerkommunen der Autobahn 44 äußern teils heftige Kritik am Konzept für die Tunnelbrandbekämpfung.

„Die Autobahn mit der längsten Tunnelkette Deutschlands soll allein durch Freiwillige Feuerwehren betreut werden, die dafür rund um die Uhr einen Löschzug mit 21 Mann vorhalten müssen“, kritisiert Hessisch Lichtenaus Bürgermeister Michael Heußner, dessen Wehr künftig für 30,5 Kilometer Autobahn zuständig sein soll. Durch die 13 Tunnel sei die Unfallgefahr von Lastwagen hoch, welche die Gefällstrecke Richtung Kassel nicht wahrnehmen und die Schilder ignorieren. Hochleistungsteile könnten versagen und in Flammen aufgehen. Dass dies wahrscheinlich ist, zeige ein Gutachten, das von Hessen-Mobil in Auftrag gegeben wurde. Es prognostiziert jährlich 676 Unfälle, 105 davon in Tunneln, darunter 36 Fahrzeugbrände, darunter statistisch gesehen acht in Tunneln.

Heußner kritisiert, dass nur die Erstausstattung der Wehren vom Land gestellt wird, Folgebeschaffungen selbst getragen werden müssen. Vor dem Hintergrund, dass der Fördersatz für Wehren mit überörtlichen Aufgaben 50 statt 30 Prozent betrage, und in Anbetracht der „überschaubaren Unterhaltungskosten“ erfolge keine weitere Förderung, argumentiert Marcus Gerngroß, Sprecher des Innenministeriums. Zudem könne die Ausrüstung (Fluchthauben, Blindenstöcke und Langzeitatemgeräte) auch im kommunalen Einsatz verwendet werden, sagt Wolfgang Harms, Sprecher des Wirtschaftsministeriums. 

Was die Sicherheit betreffe, seien überall Schranken, die durch die Leitzentrale aktiviert werden können, und Ampeln vorgesehen. Die zeitraubenden, verschraubten Notüberfahrten, die bei einer Übung bemängelt wurden, wurden durch Baken ersetzt, die herausgezogen oder sogar überfahren werden können. Automatische Löschanlagen in den Tunneln seien laut Richtlinien nicht vorgesehen.

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