Werra-Meißner: Weniger Firmen melden Insolvenz an

Werra-Meißner. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Werra-Meißner-Kreis geht stetig zurück. Ein Grund dafür kann die allgemein stabile wirtschaftliche Lage sein, sagen Experten.

Nur 15 Firmen meldeten 2016 Insolvenz an – ebenso wenige wie 2014. Im Jahr 2015 waren es 19, 2007 lag die Anzahl laut Statistischem Landesamt Hessen noch bei 33 Insolvenzen.

„Die Stimmung ist grundsätzlich gut“, sagt Dr. Michael Ludwig, Leiter des Servicezentrums Werra-Meißner der Industrie- und Handelskammer (IHK). Laut einem aktuellen Konjunkturbericht der IHK würden nur 8,7 Prozent von 380 befragten Unternehmen ihre Lage als schlecht einstufen.

Michael Ludwig

Die Anzahl der Insolvenzverfahren sei jedoch noch kein Indiz dafür, ob die Wirtschaft in der Krise stecke, so Ludwig. Ein Verfahren komme nur zustande, wenn noch genügend Substanz vorhanden sei. Häufig sei diese jedoch bereits im Vorfeld aufgezehrt und die Firma liquidiert worden.

Der Rückgang der Insolvenzzahlen sei auch auf eine immer bessere Ausstattung deutscher Firmen mit Eigenkapital zurückzuführen, erklärt Dr. Lutz Bergner, Fachanwalt für Insolvenzrecht in Eschwege. Zudem würden Kreditinstitute heutzutage früher bei krisenanfälligen Unternehmen einschreiten und Sanierungen einfordern.

Laut Bergner spreche auch eine Rückgangszahl der Verbraucher-Insolvenzen dafür, dass die Menschen im Werra-Meißner-Kreis offenbar bereit sind, Geld auszugeben. Laut Statistischem Landesamt gab es bei Verbrauchern im Kreis im Jahr 2016 nur 139 Verfahren. 2015 waren es noch 175. Der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre lag 2009 bei 209 Verfahren.

Von Nicole Demmer

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