Polizeistatistik: 2015 starben neun Menschen, 439 wurden verletzt

Wieder mehr Unfälle auf Straßen im Kreis

Werra-Meißner. Die Zahl der Verkehrsunfälle im Bereich der Polizeidirektion Werra-Meißner ist im vergangenen Jahr wieder gestiegen, um 132 auf 2277. Mit 2145 Unfällen war 2014 der niedrigste Stand seit Jahrzehnten registriert worden.

Das geht aus der Unfallstatistik 2015 hervor, die Direktionsleiter Thomas Beck sowie Rüdiger Willich und Frank Grubbe von der Abteilung Regionaler Verkehrsdienst am Donnerstag vorlegten.

Die Zahl der Verkehrstoten ist allerdings stark gestiegen: Im vergangenen Jahr starben neun Menschen auf den Straßen im Kreis, sechs mehr als im Jahr zuvor, als es mit drei Toten einen neuen Tiefstand gab. Ursache bei den tödlichen Unfällen war zumeist individuelles Fehlverhalten, in fünf Fällen waren die Autofahrer ohne erklärbaren Grund von ihrer Fahrspur abgekommen. Dagegen sank die Zahl der Unfälle mit verletzten Personen (311) ebenso ganz leicht wie die Zahl der Schwerverletzten (87). Als Leichtverletzte wurden 352 Verkehrsteilnehmer registriert, 27 mehr als 2014. Die immer bessere Sicherheits-Technik in den Fahrzeugen wird dafür als Erklärung gesehen.

Bessere Technik, höhere Schäden: Der bei den Unfällen im vorigen Jahr registrierte Sachschaden summiert sich auf fast 6,7 Millionen Euro. Die volkswirtschaftlichen Folgekosten aller Unfälle ist aber weitaus höher. Polizeidirektor Beck rechnete sie auf gut 37,5 Millionen Euro hoch. Hinzu komme das Leid, gab er zu bedenken. „Das kann man nicht beziffern.“

Bei den Unfällen mit Beteiligung von Kindern verzeichneten die Statistiker einen leichten Rückgang: Neun gegenüber zehn im Jahr zuvor. Bei einem Unglücksfall kam allerdings ein Kind ums Leben. Weitere Zahlen: In 38 Unfälle waren 2015 Fußgänger verwickelt, 36 waren es 2014. Neun (Vorjahr: sieben) von ihnen wurden schwer, zwölf (17) leicht verletzt. Ein Passant wurde getötet.

Unfallgeschehen wird analysiert

Die Verkehrsunfälle werden von der Polizei nicht nur registriert, sondern auch ausgewertet. Es erfolgt eine Analyse des Gesamtunfallgeschehens. Basierend darauf werden von der Unfallkommission die notwendigen Maßnahmen zur Unfallverhütung eingeleitet. Bei besonders auffälligen Unfallhäufungen werden Sofortmaßnahmen eingeleitet. So wurde am Autobahn-Zubringer Hessisch Lichtenau-West eine Verkehrsinsel auf der B 7 installiert und die Fahrspur aus Richtung Stadt am vorfahrtsberechtigten Abzweig leicht nach rechts verschwenkt. Dadurch wird der Blick der Autofahrer verändert. Seither gab es keinen Unfall mehr an dieser 

Stelle. 

Von Stefan Forbert

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