Bedarf wird in den kommenden Jahren steigen

Werra-Meißner: Wohnen ohne Barriere ist kaum bezahlbar

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Werra-Meißner. Im Werra-Meißner-Kreis fehlt es an bezahlbarem, barrierefreiem Wohnraum in den Städten und kleineren Ortschaften.

Und das, obwohl der Bedarf daran in den nächsten Jahren weiter ansteigen wird. Das bestätigt Jörg Klinge, Sprecher der Kreisverwaltung.

„In vielen Kommunen gibt es Initiativen, barrierefreien Wohnraum zu schaffen“, sagt Klinge. Dafür gebe es mehrere Ursachen. Der Anteil älterer Menschen nehme stetig zu und zusätzlich erreichen die geburtenstarken Jahrgänge das Rentenalter. „Aber nicht nur ältere Menschen, sondern auch Familien mit kleinen Kindern oder Menschen mit Handicaps suchen barrierefreien Wohnraum. Umgesetzte Projekte sind oft nicht bezahlbar“, berichtet er.

Im Werra-Meißner-Kreis gebe es gute Ideen und einige potenzielle Investoren, die dazu beitragen wollten, barrierefreien und bezahlbaren Wohnraum in zentraler Lage zu schaffen. „Gute Ideen und die bestehenden Fördermöglichkeiten reichen allerdings nicht aus, damit alle Menschen – mit oder ohne Handicap, gering verdienend, alleinstehend oder im fortgeschrittenen Alter – davon partizipieren können“, teilt Kreissprecher Klinge mit. Diese Bedarfe könnten nicht durch den marktwirtschaftlichen Wohnungsbau gedeckt werden.

Im Alltag der Beratungspraxis des Seniorenbüros/ Pflegestützpunktes Werra-Meißner zeige sich, dass ältere Menschen oft in Wohneigentum oder Fachwerkhäusern leben und wünschen, solange wie möglich dort zu bleiben und das Haus altersgerecht zu gestalten oder umzubauen. Maßgeblich für Förderungen seien die Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). „Die Nachfrage der Fördermittel ist groß und für 2018 bereits ausgeschöpft“, so Klinge.

Zur Wiederbelebung der Innenstädte und zum Erhalt traditioneller Gebäude mit hohem Identifikationswert bedürfe es allerdings noch weiterer Förderinstrumente. 

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