Autoclub Europa (ACE) befragt Passanten nach dem Überqueren

Werrakreuzung:Fußgänger fühlen sich unsicher

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Ort der Unsicherheit: die Kreuzung zwischen Stad, Unter dem Berge und der Brückenstraße. Fußgängerin Erna Schiller aus Waldkappel ist mit der neuen Querungsregelung – wie viele andere auch – unzufrieden. 

Eschwege. Nicht mehr so, wie sie mal war: Die neue Verkehrsreglung an der Brückenkreuzung zwischen dem unteren Stad und der Brückenstraße in Eschwege sorgt seit ihrer Inkraftsetzung vor knapp einem Jahr für Unsicherheit – und das nicht nur bei den Verkehrsteilnehmern.

Für eine Momentaufnahme begaben sich jetzt einige Mitglieder des Autoclubs Europa (ACE) an die Problemstelle, um querende Fußgänger nach deren Empfinden zu befragen.

Katastrophal, gefährlich und unübersichtlich: So beschrieben zahlreiche Passanten nach Aussage von ACE-Mitglied Jürgen Gerlach den Überquerungsvorgang zwischen Stad und der Brückenstraße, auf dem der Augenmerk der Befragung lag. „Wir wurden mehrfach auf die aktuellen Probleme von Fußgängern, die die Straße queren wollten, angesprochen und wollten uns nun selbst einen Eindruck über die aktuelle Situation verschaffen“, begründet ACE-Regionalbeauftragter Uwe Völker die Durchführung.

Insgesamt 90 Überquerer befragten die Autoclub-Mitglieder während der einstündigen Beobachtung am Mittwochvormittag nach deren Meinung, etwa 85 Prozent äußerten sich kritisch. „Die neu eingeführte Rechts-vor-links-Regel sorgt für starke Unklarheit zwischen den Verkehrsteilnehmern, gerade wenn alle Richtungen befahren werden, hilft meist nur die Verständigung durch Handzeichen“, meint Klaus Pfaff aus Eschwege. „Angesprochen wurden wir außerdem von einer Mutter mit drei Kindern, die sich bereits per Brief beim Ordnungsamt über die schlechte Überquerungsmöglichkeit zwischen Stad und der Werrabrücke beschwert hat“, erzählt Uwe Völker. „Dies ist jetzt sechs Monate her. Bis heute wartet die Frau vergeblich auf eine Rückmeldung.“

Vorschläge, die für eine sichere Überquerung der verkehrsbelebten Kreuzung sorgen würde, hatten die Passanten auch schon in petto. „Querungshilfen wie Zebrastreifen, Fußgängerinsel, Ampel oder Bodenwelle wurden häufig dabei genannt“, sagt Jürgen Gerlach.

Ein weiteres Problem stellte Völker direkt an Ort und Stelle fest: Blindenleitlinien sind zwar in das Pflaster integriert, jedoch enden diese direkt an der Fahrbahn, sodass sehbehinderte Menschen beim Überqueren ab dort keine Sicherheit haben, unversehrt auf die gegenüberliegende Straßenseite zu gelangen.

Mit der Befragungs-Aktion will der Autoclub Europa auf die momentane Unzufriedenheit der Fußgänger und Verkehrsteilnehmer aufmerksam machen. „Weiterhin beobachten wir, ob die Stadt auf die Anregungen der Bürger reagiert“, so der ACE-Regionalbeauftragte.

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