Weitere Besonderheit für ehemaligen Klostergarten

Werraland Lebenswelt spendet seltenen Maulbeerbaum für Eschweger Sophiengarten

Zuwachs im Sophiengarten: Torsten Horn (Mitte), Florian Rauch und Tim Schlarbaum (vorne von links) übergaben den Maulbeerbaum an Gerhard Wellmann (links) und Hans-Joachim Bertram.
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Zuwachs im Sophiengarten: Torsten Horn (Mitte), Florian Rauch und Tim Schlarbaum (vorne von links) übergaben den Maulbeerbaum an Gerhard Wellmann (links) und Hans-Joachim Bertram.

Einen seltenen Maulbeerbaum hat jetzt der Eschweger Sophiengarten von Werraland Lebenswelten gespendet bekommen.

Eschwege – Einen seltenen Obstbaum pflanzten Mitarbeiter der Werraland Lebenswelten kürzlich im Eschweger Sophiengarten. Den jungen Maulbeerbaum hat Torsten Horn, Leiter der Garten- und Landschaftspflegeabteilung des Sozialunternehmens, aus einem Steckling herangezogen. „Jetzt ist er bereit, um in die freie Wildbahn entlassen zu werden“, sagt Horn. Mit dem Sophiengarten habe man den richtigen Ort für diesen besonderen Baum gefunden. Darüber freuen sich auch Gerhard Wellmann und Hans-Joachim Bertram vom Vorstand des Vereins Freunde des Eschweger Sophiengartens. „Solch ein Baum hat uns noch gefehlt und ist eine Bereicherung für Besucher und Gartenliebhaber“, so Wellmann.

Kleinod für innerstädtischen Raum

Maulbeerbäume sind wärmeliebend. In dem Kleinod im innerstädtischen Raum, umgeben von Gebäuden und daher vor kalten Winden geschützt, kann sich die Maulbeere gut entwickeln. Dabei braucht sie wenig Pflege und verträgt Schnittmaßnahmen gut. Die Maulbeere ist zudem ein Klimawandelgehölz. Sie kommt, einmal eingewachsen, sehr gut mit Hitze und Trockenheit klar, verträgt aber auch die hiesigen Winter gut. Und das Beste: Sie liefert vorzügliche, gesunde Früchte fast den ganzen Sommer. Früher gab es die Maulbeeren im Werratal öfter. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Anbau im Werratal sogar gefördert. Damals wurde vornehmlich die Weiße Maulbeere angebaut, um die Seidenraupen zu füttern. Diese lieferten begehrte Seide. Auch während des Zweiten Weltkriegs wurde der Anbau forciert. Synthetische Stoffe waren noch weitgehend unbekannt und so war die Seide ein wichtiger Rohstoff für den Fallschirmbau.

„Es gibt hier im Werratal noch ganz vereinzelt ältere Maulbeerbäume. Da diese gut an unser Klima angepasst sind und Jahrzehnte überstanden haben, sind sie gutes Ausgangsmaterial für den Anbau in unserem Gebiet. Die Stecklinge, die ich genommen habe, stammen von so einem Baum“, sagt Torsten Horn.  red/mmo

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