Werratalsee: Eschweger SPD ist gegen Dammabdichtung

Die Idylle trügt: Der Werratalsee ist krank. Nährstoffeintrag führt in der warmen Jahreszeit regelmäßig zu massenhafter Vermehrung der Cyanobakterien. Die Eschweger SPD will dem mit dem Ausgleich der Wasserspiegel von See und Werra begegnen. Foto: Schäfer/nh

Eschwege. Die Eschweger SPD hält die Abdichtung des Dammes zwischen Werratalsee und Werra für ein „teures Abenteuer mit ungewissem Ausgang“.

Die Stadtverordnetenfraktion favorisiert nach Angaben ihrer Sprecher Alexander Feiertag und Stefan Fiege zur Rettung des Gewässers stattdessen die Angleichung der Wasserspiegel von Fluss und See.

„Wir wollen die Werra in verträglichem Maß absenken und den See anheben“, schlägt Fiege vor. Und Fraktionsvorsitzender Feiertag ergänzt: „Der Werratalsee wird stufenweise in Zehn-Zentimeter-Schritten angehoben, stellen wir in Grebendorf tatsächlich eine Vernässung des naheliegenden Baugebiets fest, können wird dem gezielt entgegenwirken.“ Genau diese befürchtete Vernässung ist es, die als Argument gegen die Wasserspiegelanhebung genannt wird und insbesondere in der Nachbargemeinde Widerstände dagegen laut werden lässt.

„Wenn der Wasserspiegel angeglichen wird, würde das zur dauerhaften maximalen Minimierung des Nähstoffeintrags führen, ohne dass größere bauliche Maßnahmen erforderlich würden“, sagt Fiege. Das stünde in keinem Verhältnis zum Aufwand einer Dammabdichtung. Der von Gutachtern jüngst empfohlene Einbau einer Spundwand in den Damm ist nach Ansicht der Sozialdemokraten „nicht der richtige Weg“. Diese Maßnahme könne durchaus zum Erfolg führen, sei aber nicht der schnellste Weg zum Erfolg und schon gar nicht der kostengünstigste. Darüber hinaus bezweifelt die SPD die Umsetzbarkeit angesichts befürchteter statischer Probleme. Für die mehr als zweieinhalb Kilometer lange Barriere müssten Material und schweres Gerät über und auf den Damm transportiert werden.

Außerdem: Das Genehmigungsverfahren und allein die noch nicht erfolgte Prüfung zur Zulassung des bevorzugten Kunststoff-Baumaterials würden bis zu fünf Jahren dauern. „Wir erwarten jetzt eine Handlungsempfehlung der Verwaltung und die Beantragung der Wasserstandsanhebung beim Regierungspräsidium“, fordert Feiertag. „Seit zehn Jahren liegt dieser Lösungsansatz auf dem Tisch, die Verzögerung ist ärgerlich.“

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