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Wespen im Werra-Meißner-Kreis: Naturschützer gibt Tipps zum Umgang

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Von: Tobias Stück

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Der Naturschutzbund (NABU) hat das Jahr 2022 zum Wespenjahr ausgerufen.
Der Naturschutzbund (NABU) hat das Jahr 2022 zum Wespenjahr ausgerufen. © Tobias Stück

Kaum hat man sich auf der Terrasse, dem Balkon oder im Biergarten hingesetzt, sind sie schon da: Wespen. Der Naturschutzbund (NABU) hat das Jahr 2022 zum Wespenjahr ausgerufen.

Werra-Meißner – Mit Naturschützer Rainer Olßok sprachen wir darüber, warum die Wespenplage nicht nur Nachteile hat.

Warum gibt es aktuell so viele Wespen?

Neben dem trockenen, heißen Wetter, das Wespen im Gegensatz zu vielen anderen Tieren sehr gut bekommt, gibt es noch andere Gründe für die hohe Zahl. So seien in diesem Frühjahr besonders viele Wespenköniginnen unterwegs gewesen, um ein Nest zu gründen, schreibt der NABU. Weil es in der sensiblen Phase der Neugründung etwa im Mai keine längere Kälteperiode gegeben habe, seien die Tiere gut durchgekommen, erklärte Stephan Härtel, Wespenexperte vom Naturschutzbund. Dadurch habe sich eine beträchtliche Population mit viel Brut aufgebaut, die derzeit ihren Höhepunkt erreiche.

Gibt es in unserer Region im Moment tatsächlich mehr Wespen als sonst?

August und September sind ohnehin die Hochzeiten der Wespen. „Die Arbeiterinnen haben die Brut jetzt groß gezogen, haben nichts mehr zu tun und schwirren aus“, sagt Olßok. Weil sie im Moment so häufig auftauchen, werden sie momentan als besonders störend empfunden. Olßoks Beobachtungen zufolge ist die Anzahl der umherfliegenden Wespen nicht deutlich höher als in anderen Jahren.

Welche Wespenarten machen uns eigentlich gerade zu schaffen?

„Es sind besonders die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe, die in unserer Wahrnehmung sehr präsent sind“, sagt Olßok. Diese beiden Arten, die für gewöhnlich in Erdlöchern leben, kämen auch besonders oft an den gedeckten Tisch geflogen. Zu unterscheiden sind sie durch eine unterschiedliche Zeichnung am Kopf. Die Zeichnung bei der Gemeinen Wespe (Vespula vulgaris) sieht aus wie ein Anker, bei der Deutschen Wespe (Vespula germanica) sind es meist drei Punkte.

Wann verringert sich die Zahl der Wespen wieder?

Olßok rechnet damit, dass in einigen Wochen das Wespenaufkommen wieder etwas geringer scheinen wird. Im September nehme die Zahl der Arbeiterinnen ab und es komme kein neuer Nachwuchs mehr.

Was kann man gegen störende Wespen tun?

Es sei vor allem wichtig, im Umgang mit den Wespen vorsichtig und aufmerksam, aber gelassen zu bleiben. Bei Tisch werde man die Tiere am besten los, wenn man direkt schon am Anfang die erste Wespe daran hindere, sich auf das Essen zu setzen.

Was hilft, wenn man doch mal gestochen wird?

Ein Hausrezept, das tatsächlich wirke, sei eine aufgeschnittene Zwiebel auf der Einstichstelle, sagt Olßok, der selbst erst einmal gestochen wurde. Auch Melissenblätter würden helfen. Wichtig sei, den Stich schnell zu kühlen.

Haben die vielen Wespen auch Vorteile?

Nur für Vögel. Wenn sie Probleme haben, ausreichend Nahrung zu finden, fressen sie auch Wespen. Olßok hat schon Spatzen, Meisen und Rotschwänzchem dabei beobachtet. Der Neuntöter zerlegt die Wespe beispielsweise, trennt Stachel, Flügel und Beine ab und frisst das Insekt anschließend.

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