WFG-Geschäftsführer Siegfried Rauer in den Ruhestand verabschiedet

Abschied: Landrat Stefan Reuß (rechts) verabschiedet Siegfried Rauer (links) in den Ruhestand. Rauer war mehr als 27 Jahre Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner. Reuß ist Vorsitzender des Aufsichtsrates der Gesellschaft. Foto: Sagawe

Eschwege. Siegfried Rauer ist jetzt auch offiziell im Ruhestand. Der bisherige Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner wurde in Eschwege verabschiedet.

Seinen ersten Arbeitstag als Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Werra-Meißner verbrachte Siegfried Rauer im Juli vor 27 Jahren im Festzelt. In Eschwege wurde Johannisfest gefeiert, und Rauer nutzte den Frühschoppen am Montag, um erste Kontakte zu knüpfen. „Wir hatten zwar schon Büroräume, aber noch keinen Telefonanschluss“, begründet Rauer die kurzerhand beschlossene Verlegung des „Dienstsitzes“ auf das Werdchen.

So erfreulich der erste Arbeitstag für den gerade berufenen Geschäftsführer war, so unerfreulich war nach Rauers Schilderung die Ankunft am damaligen Bahnhof Eschwege-West am Abend zuvor. Während des Empfangs zu seiner Verabschiedung am Montagabend im E-Werk berichtete Rauer von dem wenig herzlichen Empfang in Eschwege am Abend des 1. Juli 1990.

Am Bahnhof habe ein Fahrzeug auf ihn warten sollen, und die Reservierung eines Hotelzimmers sei ebenfalls zugesagt gewesen. „Ich stand vor dem Bahnhof, es war stockdunkel und nichts war“, erzählte Rauer seinen amüsierten Zuhörern, „am liebsten wäre ich gleich wieder abgereist.“ Es kam anders: Rauer fand eine freundliche Taxifahrerin, die habe ihn in die Innenstadt gebracht und bei der Suche nach einem Hotel geholfen. Und am folgenden Tag lernte der neue Geschäftsführer Eschwege dann von einer besseren Seite kennen: auf dem Johannisfest.

Landrat Stefan Reuß, auch Aufsichtsratsvorsitzender der WFG Werra-Meißner, bescheinigte Rauer eine „hohe Verbundenheit mit der Region“. Jetzt müsse zunächst dessen Resozialisierung stattfinden, sagte Reuß. Rauer sei über lange Zeit „zwischen den Welten gewandelt“ und zwischen dem Familienwohnsitz im Münsterland und dem Arbeitsplatz in Eschwege gependelt. Dennoch sei er stets präsent gewesen, wenn das erforderlich war. „Sie haben viel auf den Weg gebracht, von dem andere noch lange zehren werden“, so Reuß.

„Ich bin der Neue; ich bin jetzt dran“, stellte sich Rauers Nachfolger als WFG-Geschäftsführer, Dr. Lars Kleeberg, am Montagabend vor. Er sei jetzt auch dran, Wunder zu vollbringen, das werde er aber nicht schaffen.

Dr. Michael Ludwig, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer in Eschwege, beschrieb Rauer als „gut gelaunten Westfalen, der auf die etwas reservierten Nordhessen“ und mit großem Engagement bis zum letzten Arbeitstag seinen Aufgaben nachgegangen sei. Er sei ein „nordhessisches Urgestein“ und habe dazu beigetragen, dass Wirtschaftsförderung so funktioniere wie sie funktioniert, sagte Regionalmanager Holger Schach über Siegfried Rauer.

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